Wiesenthals Grundschule schließt nach jahrzehntelangem Kampf um Schüler
Reingard FaustWiesenthals Grundschule schließt nach jahrzehntelangem Kampf um Schüler
Die staatliche Grundschule in Wiesenthal im Wartburgkreis wird am Ende dieses Schuljahres ihre Türen schließen. Die Entscheidung folgt auf jahrelang sinkende Schülerzahlen – für das kommende Schuljahr waren nur noch vier Schüler angemeldet. Eltern und Schüler reagierten mit Frustration und verließen nach der Bekanntgabe der Abstimmung demonstrativ den Saal.
Die Schließung wurde von lokalen Gemeinderäten der CDU, SPD sowie der Fraktionen Freie Wähler/BfE/LAD/Grüne beschlossen. Kritiker warfen der Schule vor, veraltete Unterrichtsmethoden anzuwenden, was auf Personalmangel zurückzuführen sei. Da weniger als 15 Schüler – die Mindestzahl für eine Klasse – an der Schule verblieben waren, fand der Unterricht bereits jahrgangsübergreifend statt.
Rund 60 Eltern und Schüler verließen aus Protest die Sitzung des Kreistags, nachdem der Beschluss gefasst worden war. Die Leiterin des Schülerportals hatte zuvor Bedenken zur Zukunftsfähigkeit der Schule geäußert und sowohl die geringen Anmeldezahlen als auch die Unterrichtsqualität als problematisch bezeichnet. Ab dem nächsten Schuljahr werden die etwa 50 betroffenen Schüler stattdessen die Grundschule im benachbarten Dermbach besuchen. Bis Ende Juli 2025 sollen die Standorte Wiesenthal und Dermbach offiziell geschlossen und zu einer neuen Grundschule in Dermbach zusammengelegt werden. Der aktualisierte Schulbezirk wird dann beide Gemeinden, Dermbach und Wiesenthal, umfassen.
Die Schließung markiert das Ende einer Ära für die Wiesenthaler Grundschule, die seit Jahren mit schrumpfenden Schülerzahlen kämpfte. Die neue Einrichtung in Dermbach wird künftig beide Gemeinden bedienen und die Ressourcen unter einem Dach bündeln. Der Übergang soll mit Beginn des nächsten Schuljahres starten.
