Willich gedenkt lokaler NS-Opfer mit bewegender Zeremonie und klarem Appell
Berndt MitschkeWillich gedenkt lokaler NS-Opfer mit bewegender Zeremonie und klarem Appell
Gedenkveranstaltung in Willich für lokale Opfer der NS-Verfolgung
In Willich fand eine würdevoll gestaltete Gedenkfeier statt, um an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus der Region zu erinnern. Politiker, Kirchenvertreter, Schülerinnen und Schüler sowie Verwaltungsmitarbeiter kamen zusammen, um einen Tag des Innehaltens und der Mahnung zu begehen. Die Veranstaltung begann mit einem Gottesdienst und endete mit einem eindringlichen Appell gegen modernen Hass.
Der Auftakt erfolgte in der Schneekapelle, wo Religionslehrer Pierre Hein einen Gottesdienst im Zeichen des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter leitete. Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmenden am Holocaust-Mahnmal, um im Rahmen einer Kranzniederlegung an Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach, die Familie Schönewald, Chaim Werner Rübsteck sowie Cäcilie Wolff zu erinnern – sie alle wurden unter der NS-Herrschaft ermordet.
Ein bei der Veranstaltung gezeigtes Transparent nannte namentlich einen ehemaligen Polizisten, der die NS-Terrorherrschaft unterstützt hatte. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sprach anschließend und verband die Befreiung Auschwitz' mit dem heutigen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Er rief die Jugendlichen auf, sich jeder Form von Hassrede entschlossen entgegenzustellen. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte Versuche, den Holocaust zu verharmlosen, und warnte vor besorgniserregenden Entwicklungen in den USA. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Die Initiative 1000 gute Gründe, die im Erzbistum Paderborn entstanden ist, begleitete die Veranstaltung. Als bewegender Höhepunkt trat der Musiker Marc Riedl mit Bodo Wartkes Lied Das Land, in dem ich leben will auf.
Den Abschluss bildete ein Besuch im Pädagogischen Zentrum der Schule, wo die Teilnehmenden Roll-up-Displays studierten, die über das Schicksal der ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger Willichs informierten.
Die Gedenkfeier endete mit einer klaren Botschaft: Die Erinnerung an die Vergangenheit ist unverzichtbar, um gegenwärtigen Hass zu bekämpfen. Schüler wie Verantwortungsträger verließen die Veranstaltung mit dem erneuten Aufruf, sich gegen Ungerechtigkeit zu erheben. Durch Ausstellungen und Reden wurde sichergestellt, dass die Geschichten der Opfer nicht in Vergessenheit geraten.
