19 April 2026, 14:15

Windkraftausbau in Deutschland: 2.000 neue Anlagen trotz hoher Strompreise und regionaler Unterschiede

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Windkraftausbau in Deutschland: 2.000 neue Anlagen trotz hoher Strompreise und regionaler Unterschiede

Deutschland treibt den massiven Ausbau der Windkraft voran – trotz Bedenken wegen steigender Energiekosten für die Industrie. Umweltminister Carsten Schneider hat Pläne bekannt gegeben, bis 2030 rund 2.000 neue Windräder zu errichten, darunter auch in Regionen mit schwächeren Windverhältnissen. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land wegen seiner hohen Strompreise in der Kritik steht, die bereits jetzt die höchsten in Europa sind.

Die Bundesregierung wird im Rahmen ihres Förderprogramms zusätzliche 12 Gigawatt Windkraftleistung ausschreiben. Allerdings hinkt Süddeutschland, wo die Windgeschwindigkeiten generell geringer sind, dem windreichen Norden hinterher. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, setzt die Regierung auf ein "Referenzertragsmodell", das Turbinen in windschwachen Gebieten zusätzliche Subventionen gewährt.

Bayern etwa weist einen durchschnittlichen Windertrag von nur 55 Prozent auf, wobei 76 Prozent der dortigen Anlagen Anspruch auf finanzielle Extrahilfen haben. Dieser im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerte Korrekturfaktor treibt die Kosten in die Höhe und macht Windstrom aus den südlichen Regionen besonders teuer. Trotz Forderungen nach einer Überprüfung der Wirtschaftlichkeit des Modells hat Schneider bestätigt, dass es beibehalten wird.

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Industrieverbände warnen, dass die derzeit höchsten Strompreise Europas die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen gefährden. Sie fordern Preise von maximal sechs Cent pro Kilowattstunde, um wirtschaftlich überleben zu können.

Der Ausbau der Windkraft in windschwachen Gebieten bleibt weiterhin von Subventionen abhängig – und hält damit die Energiekosten auf hohem Niveau. Da die Regierung an ihrem Fördermodell festhält, wird die Industrie weiterhin unter dem Druck teuren Stroms stehen. Die Pläne, bis 2030 2.000 neue Windräder zu bauen, werden unabhängig von den regionalen Windbedingungen umgesetzt.

Quelle