ZDK bricht mit ZVK: Satzungsreformen besiegeln Machtkampf in der Kfz-Branche
Berndt MitschkeZDK bricht mit ZVK: Satzungsreformen besiegeln Machtkampf in der Kfz-Branche
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Satzung durchgesetzt und damit den formalen Bruch mit dem Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK) eingeleitet. Die Spannungen zwischen den beiden Verbänden haben sich in den letzten Monaten massiv zugespitzt – der ZDK wirft dem ZVK vor, die Trennung gezielt herbeigeführt zu haben.
Die im Januar beschlossenen Änderungen zielen darauf ab, die Entscheidungsstrukturen im ZDK zu zentralisieren und Führungspositionen neu zu definieren. Wie Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler betonen, soll die Umstrukturierung mehr Transparenz schaffen und die Interessen der Branche präziser abbilden.
Mit den Reformen entfallen langjährige Garantien, die dem ZVK eine Vertretung in den Gremien des ZDK sicherten. Künftig obliegt es allein dem ZDK, wer Schlüsselpositionen besetzt. Zudem werden Ausschüsse künftig rein beratend tätig sein, während die Sprecherrechte an die Bonner Zentrale gebunden werden.
Eingeführt wurde auch ein direktes Mitgliedschaftsmodell, das Werkstätten den Beitritt zum ZDK ohne Umwege ermöglicht. Damit soll eine Zersplitterung der Organisation verhindert und die Anbindung an regionale Betriebe gestärkt werden. Parallel kündigte der ZDK an, in betroffenen Gebieten vermehrt Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Gründe und möglichen Folgen eines vollständigen Austritts aus dem ZVK zu erläutern.
Der Streit um Hauptuntersuchungsgebühren, einst ein zentraler Zankapfel, hat mittlerweile viel von seiner rechtlichen Brisanz verloren. Ungelöst bleiben jedoch finanzielle Konflikte: So beanspruchte der ZVK im Oktober 2025 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK – was eine Reihe juristischer Auseinandersetzungen nach sich zog.
Der Zeitpunkt der Reformen ist kein Zufall. Der ZDK bezeichnet die aktuelle Lage als ein vom ZVK "bewusst inszeniertes Szenario", um die Trennung zu erzwingen. Trotz der umgesetzten Änderungen sind bisher weder in der öffentlichen noch in der internen Kommunikation des ZDK spürbare Veränderungen zu verzeichnen.
Die Satzungsreformen markieren eine klare Machtverschiebung zwischen ZDK und ZVK. Durch den Wegfall automatischer Führungsmandate und die straffere Kontrolle über die Mitgliedschaft unterstreicht der ZDK seine Unabhängigkeit. Wie Werkstätten und regionale Betriebe sich an das neu geordnete System anpassen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.