Zollfahnder decken Millionen-Schäden durch illegale Beschäftigung auf
Reingard FaustKampf gegen Schwarzarbeit - Millionenverluste in Thüringen - Zollfahnder decken Millionen-Schäden durch illegale Beschäftigung auf
Deutsche Zollfahnder haben ihre Bemühungen zur Bekämpfung illegaler Beschäftigung intensiviert und dabei Millionenbeträge an finanziellen Schäden aufgedeckt. Allein in Thüringen wurden im vergangenen Jahr rund 1.000 Arbeitgeber überprüft, wobei fast 11.600 Beschäftigte auf nicht angemeldete Arbeit kontrolliert wurden. Die verschärften Kontrollen führten bundesweit zu Tausenden straf- und ordnungsrechtlichen Verfahren.
Die Inspektionen konzentrierten sich auf Branchen mit hohem Risiko, insbesondere das Baugewerbe und die Gastronomie. Die Behörden setzten dabei auf einen risikobasierten Ansatz und nahmen vor allem Sektoren in den Blick, in denen Schwarzarbeit besonders verbreitet ist. Neue Gesetze, darunter das Schwarzarbeitsbekämpfungsmodernisierungsgesetz (SchwarzArbMoDiG), sollen bis Ende 2025 die digitale Datenanalyse stärken, um verdächtige Unternehmen besser zu identifizieren.
Betriebe in besonders anfälligen Branchen sind nun verpflichtet, neue Mitarbeiter unverzüglich zu melden. Zudem erhielten die Landesbehörden erweiterte Befugnisse, die denen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ähneln. Mit diesen Maßnahmen soll die Aufsicht verschärft und Finanzbetrug eingedämmt werden.
Die Ergebnisse der Prüfungen aus dem vergangenen Jahr waren alarmierend: Ermittler leiteten etwa 3.200 Strafverfahren und fast 1.700 Bußgeldverfahren ein. Der Gesamtfinanzschaden aus den im Jahr 2025 abgeschlossenen Fällen belief sich auf rund 59,7 Millionen Euro.
Die Kampagne gegen illegale Beschäftigung deckt weiterhin erhebliche finanzielle Schäden auf. Mit strengeren Meldepflichten und verbessertem digitalem Monitoring wollen die Behörden den Druck auf nicht konforme Unternehmen weiter erhöhen. Im Fokus bleiben weiterhin Hochrisikobranchen, in denen Schwarzarbeit besonders weit verbreitet ist.
