AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfthema – Kritik an gezielter Angstmache
Adriana HaufferAfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfthema – Kritik an gezielter Angstmache
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat eine neue Kampagne gestartet, die sich auf Messerangriffe in Berlin konzentriert. Die Partei behauptet, ihre kürzlich veröffentlichte Übersicht über polizeilich erfasste Vorfälle werde mehr Transparenz in die Debatte bringen. Kritiker werfen der AfD hingegen vor, die Daten gezielt zu nutzen, um Ängste zu schüren und vor den anstehenden Wahlen gegen Migranten zu hetzen.
Der Berliner Landesverband der AfD hat die steigende Zahl von Messerattacken zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht. Laut Polizeistatistiken gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer neuen "Messer-App" dokumentiert die Partei Vorfälle, Verletzungen und Tatorte in der Stadt.
Die AfD wirft der regierenden Koalition vor, wichtige Details wie die Nationalität der Tatverdächtigen zu verschweigen. Fraktionschefin Kristin Brinker kritisierte, die Behörden würden bei Gewaltverbrechen keine vollständige Aufklärung betreiben. Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das keine Daten zu den Nationalitäten von Messerattacke-Tätern veröffentlicht.
In einer eigenen Auswertung vergleicht die Partei Polizeikriminalstatistiken mit gemeldeten Einsätzen und deckt dabei erhebliche Abweichungen auf. Während die AfD mehr Informationen fordert, stoßen ihre Forderungen auf scharfe Kritik. Die Linksfraktion wirft der Partei vor, mit der Initiative Hass gegen Migranten zu schüren und unnötige Panik zu verbreiten.
Gleichzeitig zeigen separate Zahlen einen drastischen Anstieg der Schusswaffen-Gewalt: 2025 wurden 68 Prozent mehr Waffenstraftaten registriert. Dennoch bleiben die verfügbaren Daten zu Messerangriffen lückenhaft. Gerichtsakten listen nur Einzelfälle auf, etwa eine 13-jährige Haftstrafe für einen Messerangriff am Holocaust-Mahnmal 2024 oder ein noch ausstehendes Urteil nach einem antisemitischen Übergriff.
Die AfD-Kampagne setzt die Berliner Regierung unter Druck, mehr Kriminalitätsdaten offenzulegen. Die Partei argumentiert, dies erhöhe das öffentliche Bewusstsein, während Kritiker vor einer spaltenden Wirkung warnen. Angesichts steigender Messerangriffe und wachsender Schusswaffen-Gewalt bleibt die Debatte über Transparenz und Sicherheit umstritten.






