Apotheken in MV schließen massenhaft – Protest für faire Vergütung seit 2013
Adriana Hauffer80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Apotheken in MV schließen massenhaft – Protest für faire Vergütung seit 2013
Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern schließen am Montag im Rahmen eines bundesweiten Protests
Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern bleiben an diesem Montag geschlossen – als Teil einer bundesweiten Protestaktion. Apotheker fordern von der Regierung längst überfällige Anpassungen der Vergütungssätze, da viele Leistungen seit 2013 unverändert bleiben, obwohl die Kosten seitdem stark gestiegen sind. Zwar bleibt die Notversorgung aufrechterhalten, doch die Bevölkerung wird gebeten, nicht dringende Besuche bis Dienstag zu verschieben.
Der Streik ist der vorläufige Höhepunkt jahrelanger gescheiterter Verhandlungen über die Finanzierung der Apotheken. Die Erstattungssätze für die Abgabe von Medikamenten und andere Dienstleistungen sind seit 2013 eingefroren, während die Betriebskosten kontinuierlich stiegen. Die nationalen Apothekerverbände, angeführt von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, pochen auf eine pauschale Erhöhung des Fixums – der festen Gebühr pro Rezept – während die Krankenkassen regionale Anpassungen auf Basis des Umsatzes favorisieren.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 350 Apotheken. Über 80 Prozent derjenigen, die nicht zum Notdienst eingeteilt sind, beteiligen sich an der Schließung. Die Apothekerkammer erinnert die Bürger daran, dass dringende Rezepte weiterhin in den ausgewiesenen Notdienst-Apotheken eingelöst werden können, die über das Online-Portal abrufbar sind.
Die Apotheker betonen ihre Rolle als dezentrales Medikamentenreservoir Deutschlands, das flächendeckend den Zugang zu Arzneimitteln sichert. Angesichts explodierender Kosten bei stagnierenden Einnahmen sei das aktuelle System jedoch nicht mehr tragfähig, so viele Betroffene. Mit dem Protest wollen sie die Ampel-Regierung zum Handeln zwingen und die zugesagten Reformen endlich umsetzen lassen.
Die Schließungen am Montag werden den regulären Betrieb beeinträchtigen, doch die Notdienst-Apotheken bleiben geöffnet. Der Streik unterstreicht einen seit einem Jahrzehnt schwelenden Verteilungskonflikt: Die Apotheker bestehen auf eine faire Vergütung für gestiegene Ausgaben. Das Ergebnis der Aktion könnte die künftigen Verhandlungen zwischen dem Sektor und den Krankenkassen maßgeblich prägen.






