Asylanträge sinken – doch Grenzkontrollen bleiben wirkungslos und umstritten
Adriana HaufferAsylanträge sinken – doch Grenzkontrollen bleiben wirkungslos und umstritten
Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück – doch die umstrittenen Grenzkontrollen zeigen kaum Wirkung
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Als Reaktion darauf hat die Bundesregierung die Zurückweisungen an den Binnengrenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz verstärkt. Kritiker jedoch bemängeln, dass diese Maßnahmen die Lage kaum verändert haben.
Seit Mai 2025 setzt Deutschland schärfere Grenzkontrollen durch, um Asylsuchende abzuweisen, die aus Nachbarländern einreisen. Doch trotz dieser Bemühungen bleibt der Effekt minimal.
Der Migrationsforscher Gerald Knaus spricht sich entschieden gegen die Zurückweisungen aus. Er wirft der Regierung vor, damit gegen EU-Recht zu verstoßen und keine nachhaltige Lösung zu bieten. Seine Analyse sieht den Rückgang der Asylzahlen anders begründet: den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024. Diese Wende im Syrienkonflikt habe dazu geführt, dass weniger Menschen aus der Region fliehen.
Noch vor 2024 hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU geschützten Syrer aufgenommen. Jetzt verzeichnen beide Länder den stärksten Rückgang bei Asylanträgen. Knaus sieht in dieser Entwicklung eine Chance, die Migrationspolitik zu reformieren. Er fordert die Regierung auf, einen humaneren und zukunftsfähigen Ansatz zu verfolgen.
Die Strategie der Zurückweisungen war einst eine Forderung am politischen Rand. 2015 hatte nur die rechtspopulistische AfD solche Maßnahmen gefordert. Heute ist sie offizielle Politik – doch ihre Wirksamkeit bleibt fragwürdig.
Der Rückgang der Asylanträge hat den Druck auf Deutschland und Österreich zwar verringert. Doch die Zurückweisungspraxis hat nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Knaus plädiert dafür, den Fokus nun auf ein gerechteres System zur Bewältigung irregulärer Migration in der gesamten EU zu legen.






