Autofreie Innenstadt in Berlin-Mitte: Warum der radikale Plan jetzt scheiterte
Hilda Dussen vanAutofreie Innenstadt in Berlin-Mitte: Warum der radikale Plan jetzt scheiterte
Vorstoß für radikale Autoreduzierung in Berlin-Mitte scheitert an fehlender Unterstützung
Die Initiative für ein autofreies Berlin ist ins Stocken geraten, nachdem die Organisatoren bis zum Stichtag am 8. Mai nicht genug Unterschriften sammeln konnten. Obwohl das Vorhaben gescheitert ist, genießen viele seiner Ziele – wie saubere Luft und sicherere Straßen – weiterhin breite öffentliche Zustimmung.
Die Kampagne hatte zum Ziel, das Berliner Stadtzentrum innerhalb des S-Bahn-Rings für die meisten Privatfahrzeuge zu sperren. Nur Rettungsdienste, Taxis, Busse und kleine Elektrofahrzeuge hätten dort noch fahren dürfen. Anwohner hätten jährlich an 12 selbst gewählten Tagen uneingeschränkt mit dem Auto unterwegs sein dürfen, während Härtefälle von den Einschränkungen ausgenommen gewesen wären.
Umfragen zu Beginn des Jahres zeigten ein großes öffentliches Interesse an einer Verringerung der Dominanz des Autos. Im Januar sprachen sich 59 Prozent der Berliner dafür aus, Autospuren in Bus- oder Straßenbahnspuren umzuwandeln, um den öffentlichen Nahverkehr zu beschleunigen. Weitere 67 Prozent befürworteten strengere Parkregeln, um zu verhindern, dass große Fahrzeuge zu viel Platz beanspruchen.
Doch der Initiative gelang es nicht, diese Zustimmung in konkrete Unterstützung umzumünzen. Für ein Bürgerbegehren waren 174.000 Unterschriften nötig – erreicht wurden jedoch nur 140.000. Selbst bei einem erfolgreichen Votum wären Zweifel an der Durchsetzbarkeit geblieben: Viele fürchteten, Autofahrer würden die neuen Regeln schlicht ignorieren.
Das Scheitern des Antrags bedeutet, dass Berlins Straßen vorerst weiter für den Autoverkehr offenbleiben. Doch die Debatte über eine gerechtere Straßenverteilung, Verkehrssicherheit und Luftverschmutzung wird kaum verstummen. Da die Mehrheit der Bürger weiterhin hinter den zentralen Ideen steht, könnten ähnliche Pläne in Zukunft wiederaufleben.






