17 March 2026, 08:09

Berlins legendäres Buchstabenmuseum schließt – doch die Rettung ist noch möglich

Eine alte Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Architektur, Bäume und eine Statue, mit handgeschriebener Text.

Berlins legendäres Buchstabenmuseum schließt – doch die Rettung ist noch möglich

Berlins Buchstabenmuseum mit 3.500 Neonleuchtbuchstaben schließt am Montag seine Türen

Nach jahrelang sinkenden Besucherzahlen und steigenden Kosten muss das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonleuchtröhren lagern, aufgrund finanzieller Schwierigkeiten am Montag schließen. Die Zukunft der ikonischen Sammlung ist damit ungewiss – darunter auch das berühmte "Dekorative Fisch"-Schild, ein Neon-Wahrzeichen, das jahrzehntelang eine Hochhausfassade in Friedrichshain erleuchtete.

Das Museum, versteckt unter dem S-Bahn-Bogen 424 in der Nähe des Bahnhofs Bellevue in Mitte, kämpft seit der Pandemie mit wachsenden Problemen: Die Besucherzahlen halbierten sich, während Energie- und Betriebskosten stetig stiegen. Trotz der Bemühungen von Gründerin und Direktorin Barbara Dechant sowie eines 120 Mitglieder zählenden Vereins – darunter der Schriftgestalter Lucas de Groot – wurde die finanzielle Belastung unerträglich.

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Eines der bekanntesten Exponate, das "Dekorative Fisch"-Schild, stammt aus den frühen 1980er-Jahren. Ursprünglich für ein DDR-Zeit Haustiergeschäft im Erdgeschoss eines märchenhaft anmutenden Hochhauses am Frankfurter Tor entworfen, leuchtete es 40 Jahre lang. Später wurde es demontiert; das Original fand im Museum eine neue Heimat, während eine Replik um 1999 wieder angebracht wurde.

Mit der Schließung suchen Dechant und ihr Team nun nach Lösungen. Sie hoffen, ein Lager und eine Institution zu finden, die die Sammlung übernehmen könnte. Die Stiftung Schriftkultur e.V. in Homburg (Saar), die bereits Typografie, Kalligrafie und Neonkunst bewahrt, gilt als möglicher Kandidat. Dechant stellt sich zudem vor, dass Teile der Sammlung künftig – ganz oder in Auszügen – weiterhin ausgestellt werden könnten.

Bis Ende des Jahres bleibt das Museum vorerst an seinem Standort, während die Pläne finalisiert werden.

Das Aus für das Museum markiert das Ende einer Ära für Berlins Neon-Erbe. Doch die Bemühungen, die Sammlung zu retten, gehen weiter. Bei Erfolg könnten die Leuchtbuchstaben unter einer neuen Trägerschaft ihre kulturelle Bedeutung bewahren. Bis dahin hängt das Schicksal des Museums davon ab, bis Jahresende einen Partner zu finden.

Quelle