Brandenburgs Spargelsaison startet mit hohen Preisen und wachsenden Herausforderungen
Adriana HaufferBrandenburgs Spargelsaison startet mit hohen Preisen und wachsenden Herausforderungen
Die Spargelsaison in Brandenburg hat offiziell begonnen – die ersten frischen Stangen wurden kurz vor Ostern in Beelitz geerntet. Die Landwirte blicken optimistisch auf eine ertragreiche Ernte in diesem Jahr, doch steigende Kosten und Konkurrenz durch Importe stellen die heimischen Produzenten vor Herausforderungen.
Der Kilopreis für das saisonale Gemüse liegt zum Saisonstart zwischen 15 und 18 Euro. Experten wie Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, rechnen mit einer hohen Nachfrage und erwarten, dass die Preise in den kommenden Wochen mit zunehmender Verfügbarkeit auf etwa 10 bis 12 Euro pro Kilogramm sinken werden.
Doch die Produktion wird für Brandenburgs Landwirte immer teurer: Die jüngste Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland hat die Lohnkosten in die Höhe getrieben, während die Dieselpreise aufgrund der Spannungen im Iran-Konflikt gestiegen sind und die Energiekosten zusätzlich belasten. Gleichzeitig sind die Anbauflächen für Spargel in der Region in den vergangenen fünf Jahren um etwa 10 bis 15 Prozent geschrumpft – von rund 1.200 Hektar im Jahr 2021 auf etwa 1.050 Hektar in diesem Jahr. Hauptgründe für diesen Rückgang sind Arbeitskräftemangel und die steigenden Betriebskosten.
Hinzu kommt scharfer Wettbewerb durch günstigere Importe, insbesondere aus Spanien, Mexiko und Griechenland. Trotz dieser Hindernisse betont Agrarministerin Hanka Mittelstädt die Bedeutung der Förderung regionaler Produkte wie des Beelitzer Spargels. Im vergangenen Jahr ernteten Brandenburgs Bauern fast 19.000 Tonnen des Gemüses – eine Zahl, die sowohl die Beliebtheit als auch die anhaltenden Herausforderungen der Branche widerspiegelt.
Die Preise bleiben zu Saisonbeginn zwar hoch, doch die Landwirte erwarten ein Sinken, sobald mehr Spargel auf den Markt kommt. Bei anhaltend starker Nachfrage wird es darauf ankommen, die Kosten im Griff zu behalten und die Qualität in einer schrumpfenden Anbauregion zu sichern. Der Erfolg der diesjährigen Ernte könnte maßgeblich darüber entscheiden, wie es mit Brandenburgs Spargelwirtschaft weitergeht.






