Bundeswehr lockt mit Führerschein-Zuschüssen und höherem Gehalt in neuen Dienstmodell
Berndt MitschkeBundeswehr lockt mit Führerschein-Zuschüssen und höherem Gehalt in neuen Dienstmodell
Bundeswehr führt neues Wehrdienstmodell ein
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der deutschen Bundeswehr ein neues Wehrdienstmodell. Der Dienst ist freiwillig, sieht jedoch vor, dass Männer, die 2008 oder später geboren wurden, sich registrieren müssen. Zu den Neuerungen gehört, dass Soldaten finanzielle Unterstützung für den Führerscheinerwerb erhalten – im Gegenzug verpflichten sie sich zu längeren Dienstzeiten.
Das überarbeitete Modell bietet zwei Optionen: einen freiwilligen Wehrdienst von sechs bis elf Monaten oder befristete Verträge ab zwölf Monaten. Wer sich für die längere Dienstzeit entscheidet, erhält ein monatliches Bruttogehalt von etwa 2.700 Euro. Zudem haben diese Soldaten Zugang zu erweiterten Ausbildungsmöglichkeiten, darunter Zertifizierungen für Gabelstapler, Industriefahrzeuge und militärische Fahrzeuge.
Neue Rekruten beginnen mit einer grundlegenden militärischen Ausbildung, die auf die Landesverteidigung ausgerichtet ist. Im Anschluss können sie an einer der 20 speziellen Ausbildungsstätten der Bundeswehr eine Fachausbildung zum Fahrer absolvieren. In diesen Einrichtungen werden jährlich rund 13.000 Soldatinnen und Soldaten ausgebildet.
Als finanzieller Anreiz gibt es Zuschüsse von bis zu 3.500 Euro für den Führerschein der Klasse B (Pkw) und bis zu 5.000 Euro für den Lkw-Führerschein. Voraussetzung für eine teilweise Erstattung ist eine Mindestdienstzeit von zwölf Monaten. Militärische Führerscheine, die während der Dienstzeit erworben werden, können später in zivile umgewandelt werden – hierfür ist jedoch ein Antrag bei den örtlichen Behörden erforderlich.
Bisher liegen keine offiziellen Zahlen vor, wie viele Soldaten seit dem 23. März 2026 die neuen Führerschein-Zuschüsse in Anspruch genommen haben.
Ziel der Reformen ist es, mit besserer Bezahlung, Ausbildung und Karriereperspektiven neue Rekruten zu gewinnen. Soldaten können den Dienst nun mit sowohl militärischer Erfahrung als auch zivil anerkannten Qualifikationen verlassen. Die Bundeswehr erhofft sich von den Änderungen eine Stärkung der Truppe sowie praktische Kompetenzen für das Personal.






