Deutsche Bahn drohen Streichungen in Bayern wegen marodem Schienennetz
Reingard FaustMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn drohen Streichungen in Bayern wegen marodem Schienennetz
Deutsche Bahn könnte Zugverbindungen in Bayern streichen – marodes Schienennetz als Grund
Aufgrund des zunehmend desolaten Zustands des bayerischen Schienennetzes könnte die Deutsche Bahn Zugverbindungen im Freistaat streichen. Die Infrastruktur leidet unter jahrelanger Vernachlässigung, und die notwendigen Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich noch ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) versprach zwar, Fahrgastbeeinträchtigungen zu vermeiden – ein konkreter Plan für betroffene Strecken fehlt jedoch bisher.
Die möglichen Streichungen folgen auf Warnungen vor dem schlechten Zustand der bayerischen Bahninfrastruktur. Der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner hatte das Problem im Landtag thematisiert, nachdem er sich in einem vertraulichen Gespräch mit DB-Chefin Evelyn Palla ausgetauscht hatte. Unterdessen fordert die Grünen-Fraktion höhere Landesmittel, um den Verfall des Netzes aufzuhalten.
Minister Bernreiter lehnte einen früheren Vorschlag der Deutschen Bahn ab, die Strecke München–Rosenheim 2028 für längere Zeit komplett zu sperren. Die DB-Tochter DB Infrago hatte stattdessen eine Anpassung der Trassenvergabe vorgeschlagen, um Servicequalität und Kapazitäten besser in Einklang zu bringen. Eine endgültige Entscheidung soll noch diese oder Anfang nächster Woche fallen, sobald eine Taskforce ihren Bericht an das Bundesverkehrsministerium vorlegt.
Die Sanierung des bayerischen Schienennetzes wird sich voraussichtlich über Jahre hinziehen. Die anstehende Ankündigung der Deutschen Bahn wird zeigen, welche Verbindungen konkret gestrichen werden könnten. Wie die Landesregierung auf die Forderungen nach zusätzlichen Mitteln reagiert, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie zuverlässig der Regionalverkehr in Zukunft funktioniert.