Deutschland testet Wehrtauglichkeit junger Erwachsener – Rückkehr zur Wehrpflicht möglich?
Adriana HaufferMilitärberater zur Wehrpflicht: 'Elternsorgen wachsen - Deutschland testet Wehrtauglichkeit junger Erwachsener – Rückkehr zur Wehrpflicht möglich?
Deutschland hat damit begonnen, Fragebögen an junge Erwachsene zu versenden, um deren Eignung für den Wehrdienst zu prüfen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um Landesverteidigung und Rekrutierung. Zwar bleibt die Wehrpflicht weiterhin ausgesetzt, doch bereitet sich die Regierung auf mögliche Änderungen vor, falls die Zahl der Freiwilligen weiter niedrig bleibt.
Die ersten Schreiben gingen am 15. Januar in Sachsen-Anhalt raus, bis Ende des Monats folgten weitere. Nach dem neuen System müssen alle 18-jährigen Männer und Frauen den Fragebogen ausfüllen. Die Regierung betont, dass es sich dabei nicht um eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht handle, sondern um eine Maßnahme, um Interesse und Bereitschaft zu ermitteln.
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Bewerbungen für den freiwilligen Wehrdienst bereits seit Januar gestiegen. Gleichzeitig hat die Zahl der anerkannten Kriegsdienstverweigerer stark zugenommen – 2.830 im Jahr 2025 und bereits 1.035 bis Ende Februar dieses Jahres. Viele Familien zeigen sich besorgt, Eltern und Großeltern äußern Bedenken über eine mögliche Einberufung ihrer Kinder.
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bietet Beratung für diejenigen an, die unsicher sind, ob sie Wehrdienst leisten sollen. Bisher gibt es jedoch keine Berichte über einen Anstieg der Anfragen im Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen mit dem Iran. Sollte die Bundeswehr weiterhin Schwierigkeiten haben, genug Freiwillige zu rekrutieren, hat die Koalitionsregierung angedeutet, eine "bedarfsorientierte Wehrpflicht" einführen zu können.
Das Fragebogensystem markiert einen Wandel in Deutschlands Umgang mit der Wehrbereitschaft. Ohne aktive Wehrpflicht liegt der Fokus weiterhin auf der freiwilligen Rekrutierung – doch die Option einer verpflichtenden Dienstzeit bleibt bestehen. Die steigenden Zahlen von Kriegsdienstverweigerern und freiwilligen Bewerbern spiegeln die anhaltenden Debatten über Krieg und nationale Pflicht wider.






