Expertenkommission warnt vor 40-Milliarden-Loch im Gesundheitssystem bis 2030
Hilda Dussen vanExpertenkommission warnt vor 40-Milliarden-Loch im Gesundheitssystem bis 2030
Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hat einen detaillierten Plan vorgelegt, um das wachsende Defizit im deutschen Gesundheitssystem zu bekämpfen. Ohne grundlegende Reformen könnte die Finanzlücke bis 2027 auf 15 Milliarden Euro anwachsen und bis 2030 sogar über 40 Milliarden Euro erreichen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, Milliarden einzusparen und die Kosten fairer zwischen Krankenkassen, Patienten und Branchenakteuren zu verteilen.
Laut dem Bericht der Kommission müssten Versicherte und ihre Arbeitgeber im kommenden Jahr mit zusätzlichen Belastungen von rund 260 Euro rechnen, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Bis 2030 könnte sich dieser Betrag auf bis zu 680 Euro erhöhen. Um dies zu verhindern, schlägt die Kommission eine Kombination aus neuen Steuern, strengeren medizinischen Kontrollen und höheren Eigenbeteiligungen der Patienten vor.
Ein zentraler Vorschlag sieht vor, dass vor planbaren Knieoperationen eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden muss. Diese Maßnahme allein könnte unnötige Eingriffe reduzieren und Milliarden sparen. Weitere 12 Milliarden Euro sollen durch Bundessteuermittel aufgebracht werden, um die Krankenversicherungsbeiträge für Bezieher von Grundsicherungsleistungen zu decken.
Auch Steuererhöhungen stehen zur Debatte: Geplant sind schrittweise Anhebungen auf Tabak und Alkohol sowie eine neue Abgabe von 32 Cent auf zuckerhaltige Getränke. Patienten müssten zudem mehr für verschreibungspflichtige Medikamente zahlen, was zusätzliche Einsparungen von etwa 4 Milliarden Euro bringen würde. Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaunternehmen sollen durch Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen rund 19 Milliarden Euro beisteuern.
Bei vollständiger Umsetzung könnten die Reformen bereits im nächsten Jahr 42 Milliarden Euro einsparen und bis 2030 sogar 64 Milliarden Euro. Der vollständige Bericht ist nun auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums abrufbar.
Die Empfehlungen zielen darauf ab, die Finanzierung des Gesundheitssystems zu stabilisieren, indem die Lasten auf mehrere Schultern verteilt werden. Patienten, Versicherer und Leistungserbringer müssten sich gleichermaßen anpassen, sollte der Plan vorankommen. Nun liegt es an der Regierung, zu entscheiden, welche Maßnahmen sie ergreifen will, bevor das Defizit weiter wächst.






