Frankfurt (Oder) feiert Kleist mit Punk-Oper und zeitgenössischem Theater
Adriana HaufferFrankfurt (Oder) feiert Kleist mit Punk-Oper und zeitgenössischem Theater
Frankfurt (Oder) richtet vom 7. bis 12. Oktober 2025 das Kleist-Festival aus. Das Festival würdigt Heinrich von Kleist, die bekannteste literarische Persönlichkeit der Stadt, und legt den Fokus auf Musik sowie ihre Rolle in seinem Werk. Theaterstücke, Ausstellungen und Diskussionen setzen sich mit Motiven aus seinen Schriften auseinander – und verbinden sie mit aktuellen Themen wie Klimawandel und Extremismus.
Eröffnet wird das Festival mit einer Punk-Oper, inspiriert von Kleists erstem Drama "Die Familie Schroffenstein". Ein weiterer Höhepunkt ist eine Inszenierung von "Der zerbrochne Krug", das heute zum Lehrplan deutscher Gymnasien gehört. Zudem feiert Theresia Walsers neues Stück Premiere, das untersucht, wie eine Schule unter einer rechtsextremen Regierung radikalisiert wird.
Eine Ausstellung und ein Chorprojekt knüpfen zusätzlich an Kleists Erbe an und spannen den Bogen zu gegenwärtigen Debatten. Die Stadt, in der sich das einzige Kleist-Museum Deutschlands befindet, bereitet sich zugleich auf ein großes "Kleist-Jahr" 2027 vor – anlässlich des 250. Geburtstags des Dichters.
Kleists Einfluss auf das deutsche Theater hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Nachdem seine Stücke im 20. Jahrhundert zum Schulkanon wurden, verschwanden sie von den großen Bühnen und fanden vor allem in experimentellen Produktionen ein neues Zuhause. Heute sind sie vorrangig im avantgardistischen Kontext zu erleben, doch Wiederaufführungen sorgen weiterhin für Aufmerksamkeit.
Das Festival 2025 verbindet Kleists historisches Wirken mit zeitgenössischen Fragestellungen. Sechs Tage lang bieten Aufführungen, Gespräche und Musik sowohl klassische als auch moderne Interpretationen. Die Veranstalter wollen zeigen, wie aktuell der Schriftsteller bis heute ist.






