06 April 2026, 18:11

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – und lobt Pallas Reformen

Altes deutsches Regierungsaktienzertifikat für Bern-Schwarzenburg-Bahn mit einer Abbildung eines Zuges und gedrucktem Text.

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – und lobt Pallas Reformen

Mario Reißen, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) wegen finanziellen Missmanagements scharf kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Strukturen des Unternehmens als eine "Geldwäschemaschine", die Ausgaben verschleiere und öffentliche Gelder verschlinge. Gleichzeitig unterstützte er die jüngsten Reformen von Vorstandschefin Evelyn Palla zur Straffung der Abläufe.

Reißen warf der Bahn vor, durch die Gründung hunderter Tochtergesellschaften – zeitweise über 1.000, mittlerweile auf unter 600 reduziert – ein ineffizientes System geschaffen zu haben. Das Unternehmen bilde interne Leistungen untereinander ab, um Finanzströme zu zersplittern und so Steuergelder abzusichern, so seine Anklage. Diese Praktiken machten die Organisation unnötig intransparent und verschwendungsanfällig.

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Trotz seiner Kritik befürwortete Reißen Pallas Umstrukturierungsmaßnahmen. Er lobte insbesondere ihre Entscheidung, die Führungsebene zu halbieren und mehr Verantwortung an untere Ebenen zu delegieren. Zudem billigte er die Entlassungen von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie der Finanzvorständin Karin Dohm.

Besonders verärgert zeigte sich Reißen über Dohms Ernennung, die er für die Position als unqualifiziert bezeichnete. Ihre Berufung werde zu weiteren Kontroversen und höheren Kosten für die Steuerzahler führen, warnte er. Zudem betonte er, dass eine inkonsistente Führung die Leistungsfähigkeit und finanzielle Stabilität der Bahn gefährde.

Insgesamt sieht Reißen in Pallas Schritten eine Chance, die Betriebsergebnisse zu verbessern und die Produktivität zu steigern. Gleichzeitig pochte er auf tiefgreifendere Reformen, um langjährige Ineffizienzen zu beheben.

Reißens Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen um die Finanzpraktiken und Personalentscheidungen der Bahn wider. Seine Unterstützung für Pallas Reformkurs steht im Kontrast zu seiner scharfen Kritik an früheren Führungsversäumnissen. Die Aussagen des Gewerkschaftschefs deuten darauf hin, dass weitere Konflikte drohen, sollten die strukturellen Probleme ungelöst bleiben.

Quelle