"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname die deutsche Identitätsdebatte entfacht
Adriana Hauffer"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname die deutsche Identitätsdebatte entfacht
Ein Mainzer Restaurant namens Heimat steht seit Monaten im Zentrum einer hitzigen Debatte. Besitzer Veli Ivecen, ein türkisch-kurdischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Doch allein der Name hat sowohl von rechts als auch von links feindselige Reaktionen ausgelöst.
Ivecen, der in der Türkei geboren wurde und kurdische Wurzeln hat, wollte mit Heimat einen Ort schaffen, an dem sich alle willkommen fühlen. Seine Vision war es, Gerichte zu servieren, die seine gemischte Herkunft widerspiegeln, und gleichzeitig ein Gefühl der Zugehörigkeit in Mainz zu fördern. Stattdessen sieht sich das Restaurant seit Eröffnung anhaltenden verbalen Angriffen ausgesetzt.
Kritiker aus dem rechten Lager werfen dem Besitzer vor, ein Nazi zu sein, und zeigten sogar Hitlergrüße vor dem Lokal. Gleichzeitig stellen linke Stimmen infrage, ob türkische und kurdische Küche in der deutschen Gastronomie einen Platz haben sollte. Die Fassade des Gebäudes wurde mit dem Slogan „Das hier ist meine Heimat, nicht deine“ beschmiert – eine Parole, die Ivecen später entfernen ließ.
Angesichts der ständigen Anfeindungen dachte er zunächst darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Doch mittlerweile ist er entschlossener denn je, den Namen Heimat – ein Wort, das auf Deutsch Zuhause bedeutet – trotz der anhaltenden Kontroverse beizubehalten.
Der Streit um Heimat offenbart die tiefen Gräben in der deutschen Debatte über Identität und Zugehörigkeit. Ivecen bleibt seinem ursprünglichen Anliegen treu: einen Ort zu schaffen, an dem verschiedene Kulturen zusammenkommen. Vorerst führt er das Restaurant weiter unter dem gewählten Namen.






