07 April 2026, 10:12

Junge Hallenser sammeln für Gedenktafel an 155 jüdische NS-Opfer aus ihrer Stadt

Plaque angebracht an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Plaque für die Opfer des Holocaust" in einem dunklen Material mit einem dekorativen Rahmen.

Junge Hallenser sammeln für Gedenktafel an 155 jüdische NS-Opfer aus ihrer Stadt

Eine Gruppe junger Menschen aus Halle hat Geld für eine Gedenktafel gesammelt, die an 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt erinnern soll. Diese Männer, Frauen und Kinder waren während der Schoa nach Sobibor deportiert und dort ermordet worden. Die Initiative ist Teil eines größeren Projekts mit dem Titel Tagebuch der Gefühle, das sich mit der jüdischen Geschichte Halles und den Folgen des Holocaust auseinandersetzt.

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Die Kampagne begann damit, dass lokale Jugendliche Schrott sammelten und Spenden einwarben. Mit den Einnahmen wird eine steinerne Gedenktafel finanziert, die von einem Halleschen Steinmetz gefertigt und am Standort des ehemaligen Vernichtungslagers Sobibor angebracht wird.

Das Design der Tafel, das in Zusammenarbeit mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp entstand, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Die größere Hand symbolisiert Familien wie die Baers und die Sachs, die sich während der Deportationen gegenseitig unterstützten. Die kleinere Hand steht für die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle.

Neben der Spendenaktion haben die jungen Aktivistinnen und Aktivisten im Rahmen des Tagebuchs der Gefühle persönliche Reflexionen verfasst. Zudem planen sie für Juni 2026 eine Bildungsreise nach Sobibor, um ihr Verständnis für die Geschichte zu vertiefen.

Die Gedenktafel wird die 155 Opfer aus Halle dauerhaft ehren. Ihre Namen und Schicksale bleiben durch die Tafel und die weitere Arbeit der jungen Teilnehmenden bewahrt. Das Projekt sorgt dafür, dass die jüdische Geschichte der Stadt und das Erbe der Schoa für kommende Generationen sichtbar bleiben.

Quelle