Kai Wegner bleibt CDU-Spitzenkandidat – trotz Kritik und 100 Tage bis zur Berliner Wahl
Adriana HaufferKai Wegner bleibt CDU-Spitzenkandidat – trotz Kritik und 100 Tage bis zur Berliner Wahl
Die Berliner CDU hat Kai Wegner als ihren Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl am 20. September bestätigt. Die Partei traf die Entscheidung auf ihrem Landesparteitag am Dienstagabend – trotz anhaltender Kritik an seiner Führung. Nur noch 100 Tage bleiben bis zur Wahl, wenn die Bürger an die Urnen gerufen werden.
Kai Wegner übernahm am 28. April 2023 das Amt des regierenden Bürgermeisters, nachdem die CDU bei der Februar-Wahl überraschend als Sieger hervorgegangen war. Die Partei erreichte 28,2 Prozent der Stimmen, während SPD und Grüne jeweils 18,4 und 18,3 Prozent erhielten. Sein Aufstieg widerlegte frühere Prognosen – ein Punkt, den er selbst betonte, als er seine Anhänger mahnte, sich nicht auf aktuelle Umfragewerte zu verlassen.
Seine Amtszeit stand jedoch bereits mehrfach in der Kritik. Vorwürfe gab es etwa wegen seines Umgangs mit dem Stromausfall in der Stadt, den winterlichen Glättegefahren sowie einem Subventionsskandal. Auch die Ernennung eines neuen Staatssekretärs für Digitalisierung wurde als überstürzt bewertet.
Innerhalb der CDU gibt es derzeit keine klare Alternative zu Wegner. Sollte die Wahl jedoch ohne die Partei eine Koalition hervorbringen, wäre sein Posten als Landesvorsitzender vermutlich beendet. Selbst bei einer Niederlage bliebe er vorerst als regierender Bürgermeister im Amt – in einer Übergangsrolle, bis ein Nachfolger gewählt ist, wahrscheinlich bis Dezember.
Die anstehende Abstimmung wird entscheiden, ob Wegners Zeit im Amt weitergeht. Ein schlechtes Ergebnis für die CDU könnte einen Führungswechsel erzwingen. Bis dahin bleibt er der gewählte Kandidat der Partei für den Wahlkampf.






