Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützer warnen vor fatalen Folgen
Berndt MitschkeEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützer warnen vor fatalen Folgen
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen – scharfe Kritik von Denkmalschützern
Der Kölner Dom könnte noch in der zweiten Jahreshälfte ein Eintrittsgeld für Besucher einführen – ein Vorhaben, das bei Experten für Kulturerbe auf heftige Kritik stößt. Der Plan löst Warnungen vor eingeschränkter Zugänglichkeit und einer Gefährdung der kulturellen Bedeutung des Wahrzeichens aus. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, bezeichnete die geplante Gebühr als "sehr problematisch" und forderte die Verantwortlichen auf, den Beschluss zu überdenken.
Der Dom, seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe, zieht jährlich sechs Millionen Besucher an. Als eine der bekanntesten katholischen Kirchen weltweit beherbergt er die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Trotz seiner Beliebtheit zwingen steigende Kosten die Verantwortlichen jedoch dazu, nach neuen Finanzierungsquellen zu suchen.
Schock-Werner räumte zwar ein, dass zusätzliche Einnahmen notwendig seien, warnte aber, dass Eintrittsgelder den Charakter des Doms verändern könnten. Sie befürchtet, dass Gebühren Touristen abschrecken und den Ort zu einem Raum machen könnten, der vor allem Wohlhabenden leicht zugänglich ist. Ihre Bedenken spiegeln frühere öffentliche Proteste gegen ähnliche Pläne wider.
In den vergangenen Jahren stießen deutsche Vorhaben, an bedeutenden religiösen Stätten Eintritt zu erheben, auf starken Widerstand. 2023 unterzeichneten über 100.000 Menschen Petitionen gegen die geplante Kölner Abgabe. Auch die 2024 in Aachen erprobten Eintrittsgelder für den Dom lösten Proteste aus, obwohl einige Befürworter argumentierten, der wachsende Tourismus erfordere zusätzliche Mittel.
Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest, doch die Verantwortlichen streben eine Umsetzung vor 2025 an. Sollte der Plan genehmigt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für die 800 Jahre alte Kathedrale. Kritiker betonen, dass der Schritt den Zugang zu einem Ort einschränken könnte, der seit jeher als öffentliches und spirituelles Wahrzeichen gilt.