Mediashop meldet Insolvenz – Investoren kämpfen um Rettung des Teleshopping-Pioniers
Reingard FaustMediashop meldet Insolvenz – Investoren kämpfen um Rettung des Teleshopping-Pioniers
Mediashop GmbH meldet Insolvenz – Investorengruppe übernimmt vorläufig die Führung
Die in Neunkirchen ansässige Teleshopping-Firma Mediashop GmbH hat im Februar 2026 Insolvenz angemeldet. Der Zusammenbruch folgte auf einen drastischen Umsatzrückgang und eine Schuldenlast von insgesamt 51,55 Millionen Euro. Nun hat eine Investorengruppe unter der Führung von Patrick Schenner die operative Kontrolle vorübergehend übernommen.
Das Unternehmen, das rund 160 Mitarbeiter beschäftigt, kämpfte bereits seit Monaten mit finanziellen Schwierigkeiten. Die Insolvenzanmeldung war der vorläufige Höhepunkt jahrelanger sinkender Verkäufe und nicht mehr tragbarer Schuldenstände. Trotz der Krise bleiben unter der neuen interimistischen Geschäftsführung noch 30 Angestellte im Unternehmen.
Die Investorengruppe plant, Mediashop wieder als führende TV-Shopping-Marke in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu etablieren. Teil der Strategie ist eine drastische Reduzierung der Produktwerbung – von bisher 172 auf nur noch 30 Fernsehkanäle. Unterdessen wird der Gläubigerausschuss bereits an diesem Donnerstag über Kaufangebote beraten, wobei noch diese Woche eine endgültige Entscheidung über den Verkauf der operativen Vermögenswerte erwartet wird.
Der Hauptsitz von Mediashop befindet sich auf einem 6.566 Quadratmeter großen Grundstück mit einem 2.670 Quadratmeter großen Gebäude, das 2018 fertiggestellt wurde. Ein unabhängiges Gutachten bewertete das Areal mit 5,23 Millionen Euro. Die Hausbank des Unternehmens hält eine Hypothek von bis zu 5,5 Millionen Euro auf das Grundstück, wobei die aktuellen Verbindlichkeiten bei 3,9 Millionen Euro liegen. Die Bank besitzt zudem ein Erbbaurecht, das bis 2078 eine jährliche Bodenrente von knapp 14.000 Euro vorsieht.
Lokale Vertreter, darunter Neunkirchens Bürgermeister Peter Teix, betonen die Bedeutung des Erhalts von Mediashop. Das Unternehmen sichert rund 160 Arbeitsplätze und leistet einen erheblichen Beitrag zu den kommunalen Steuereinnahmen.
Der Verkauf der operativen Vermögenswerte und der Gebäudenutzungsrechte steht kurz vor dem Abschluss. Sollte die Übernahme durch die Investorengruppe genehmigt werden, könnte dies die Zukunft des Unternehmens stabilisieren. Die Entscheidung wird zeigen, ob es dem Teleshopping-Anbieter gelingt, seine Marktführerschaft zurückzugewinnen und die Arbeitsplätze in Neunkirchen zu sichern.






