19 April 2026, 02:11

Mehrwertsteuer-Debatte spaltet Politik: Merz' Andeutungen lösen Proteststurm aus

Eine Karte von Europa, die die EU-Mehrwertsteuersätze von 2014 mit Prozentangaben und Text anzeigt.

Mehrwertsteuer-Debatte spaltet Politik: Merz' Andeutungen lösen Proteststurm aus

Ein möglicher Anstieg der Mehrwertsteuer hat in Deutschland scharfe Kritik von politischen Spitzenkräften ausgelöst. Bei einer Regierungsbefragung am Mittwoch lehnte Bundeskanzler Friedrich Merz eine solche Option nicht kategorisch ab – und erntete damit umgehend Widerspruch von Landesvertretern und Parteifunktionären.

Sowohl aus der CDU als auch der SPD kam heftige Ablehnung: Mehrere Politiker warnten, höhere Steuern würden Haushalte und Unternehmen, die bereits unter finanzieller Belastung leiden, zusätzlich treffen. Merz äußerte sich im Parlament zwar zur Thematik, mied jedoch klare Zusagen. Zwar betonte er die Notwendigkeit, Bürger und Firmen zu entlasten, ließ aber die Tür für eine Anpassung der Mehrwertsteuer offen. Gleichzeitig deutete er an, der derzeitige ermäßigte Satz könnte weiter gesenkt – statt erhöht – werden.

Doch schon kurz darauf lehnten CDU- und SPD-Politiker den Vorschlag rundweg ab. Mario Voigt, Thüringens CDU-Ministerpräsident, argumentierte, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer würde die normale Bevölkerung unverhältnismäßig belasten. Sein sächsischer Amtskollege Michael Kretschmer (CDU) nannte den Vorstoß "genau das Gegenteil von dem, was wir jetzt brauchen".

Auch die SPD bezog klar Stellung. Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, eine Mehrwertsteuererhöhung dürfe "unter keinen Umständen" kommen. In Berlin warnte der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Steffen Krach, eine Anhebung würde einkommensschwache und mittlere Haushalte nicht entlasten, sondern deren finanzielle Not noch verschärfen.

Die Debatte offenbart tiefe Gräben in der Wirtschaftspolitik, während sich die Länderchefs geschlossen gegen eine Mehrwertsteuererhöhung stellen. Merz' Weigerung, die Option auszuscheiden, erhöht den Druck auf die Bundesregierung, wie es weitergeht. Jeder Beschluss zu Steueränderungen wird nun auf massiven Widerstand zentraler politischer Akteure stoßen.

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