Neues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu rechtsextremen Strömungen in Deutschland
Adriana HaufferNeues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu rechtsextremen Strömungen in Deutschland
Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Die Sammlung umfasst Materialien aus der Zeit von 1945 bis 2000, darunter Propaganda, gewaltverherrlichende Rhetorik und gezielte Ansprachen an junge Zielgruppen. Geleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch unter Mitwirkung von über 30 Fachleuten.
Das unter radikale-rechte.de abrufbare Portal stellt annotierte Quellen für Forschung, Schulen und politische Bildung bereit. Ziel ist es, die Entwicklung rechtsextremer Strategien über Jahrzehnte hinweg aufzuzeigen. Zu den Dokumenten zählen gedruckte Propagandamaterialien, Aufrufe zu Gewalt sowie jugendspezifische Inhalte.
Seit den 1990er-Jahren haben sich rechtsextreme Gruppen in Deutschland von klassischen Printmedien und Straßenaktivismus hin zu digitalen Plattformen bewegt. Heute nutzen sie Instagram, TikTok und Telegram, um Themen wie antimigrantische Parolen ("Lügenpresse", "Wir sind das Volk"), Klimawandelleugnung und ökologische Fehlinformationen zu verbreiten. Studien nach dem Jahr 2000 zeigen, wie soziale Medien durch Algorithmen Hassrede verstärken – das Portal konzentriert sich jedoch auf Materialien aus der Zeit vor 2000.
Das Projekt ermöglicht Forschenden, Lehrkräften und der Öffentlichkeit den direkten Zugang zu historischen Aufzeichnungen. Durch die Dokumentation der Wandlungsprozesse rechtsextremer Taktiken soll es die Debatte über Extremismus und digitale Propaganda bereichern. Das Open-Access-Modell des Portals stellt sicher, dass die Materialien dauerhaft für Studien und Aufklärungsarbeit verfügbar bleiben.






