07 May 2026, 06:10

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittlungen die Kriminalitätsbekämpfung revolutionieren

Gruppe von Polizeibeamten an einem Tisch mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen während einer Schulung in einem Raum mit Fenstern und Deckenleuchten.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittlungen die Kriminalitätsbekämpfung revolutionieren

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur systematischen Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten. Die Behörden stocken ihre Teams auf, bilden Beamte weiter und setzen auf strukturierte Zusammenarbeit, um die digitalen Kompetenzen der Strafverfolgung zu stärken.

Federführend ist das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf, wo OSINT mittlerweile eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität spielt. Fabian Coenen (42) leitet dort die Abteilung 22.2, die für diese Aufgaben zuständig ist. Sein Team ist von einst zwei Mitarbeitern auf 16 Spezialisten angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.

Der Ausbau folgt auf den Start des Projekts „Digitale Streife“ im September 2024. Im Rahmen dieser Initiative wurden zehn neue Beamte beim LKA eingestellt, zusätzlich wurden fast 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Polizeibehörden eingebunden. Eine von ihnen ist Laura Ellrich (28), die 2022 in den Staatsschutz des LKA wechselte. Ihre Arbeit konzentriert sich auf OSINT innerhalb des übergeordneten „Digitale Streife“-Konzepts.

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Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Ausbildung. Marc Restemeyer (37) verantwortet die Schulungen am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er bereitet sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte vor, die in den „Digitalen Streifen“-Einheiten eingesetzt werden. Auf dem Lehrplan steht unter anderem, wie man Informationen aus sozialen Medien und anderen offenen Quellen sammelt und analysiert.

Sechs spezialisierte OSINT-Einheiten unterstützen inzwischen zeitkritische Einsätze bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen. Diese Teams arbeiten nach dem Prinzip der „Schwarmintelligenz“ – sie bündeln Fachwissen aus verschiedenen Abteilungen, um schneller und effektiver zu agieren. Besonders dann, wenn die nationale Sicherheit auf dem Spiel steht, ist ihre Rolle entscheidend.

Die Offensive markiert einen grundlegenden Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit größeren Teams, gezielter Ausbildung und vernetzter Zusammenarbeit will die Behörde schneller und präziser auf Online-Gefahren reagieren. Der Ausbau spiegelt auch den wachsenden Bedarf an OSINT-Kompetenzen in der modernen Strafverfolgung wider.

Quelle