Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Domo-Rettung als letzter Strohhalm
Berndt MitschkeOstdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – Domo-Rettung als letzter Strohhalm
Die chemische Industrie in Ostdeutschland steht vor dem dritten Krisenjahr in Folge. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und globale Spannungen zwingen Unternehmen zu Stellenabbau und Werksschließungen. Eine wichtige Aktualisierung zur angeschlagenen Domo-Anlage in Leuna wird für diesen Mittwoch erwartet – ein seltener Hoffnungsschimmer für die gebeutelte Branche.
Die Probleme der Industrie verschärften sich, nachdem der Gesamtumsatz für 2025 bei 28,5 Milliarden Euro lag – ein minimaler Anstieg von nur 0,5 Prozent. Dieses leichte Wachstum ging allein auf die Pharmasparte zurück, während die klassische Chemieproduktion um etwa drei Prozent einbrach. Die Auslastung der Kapazitäten liegt derzeit bei 72 Prozent, deutlich unter dem Vorkrisenniveau, was Firmen wie Dow zum vollständigen Rückzug aus der Region veranlasste.
Die größten Belastungen bleiben die hohen Energie- und Rohstoffkosten, verschärfte Regularien sowie der harte internationale Wettbewerb. Geopolitische Risiken, darunter der anhaltende Nahostkonflikt, erhöhen den Druck zusätzlich. Da nur jedes zehnte Unternehmen mit einer baldigen Erholung rechnet, blicken die 63.000 Beschäftigten der Branche einer ungewissen Zukunft entgegen.
Mittendrin in der Krise gewinnt der Rettungsversuch für Domo Chemicals in Leuna an Fahrt. Der Standortbetreiber InfraLeuna und Leuna-Harze wollen die beiden insolventen Tochtergesellschaften übernehmen – ein Schritt, der als entscheidend für die Stabilisierung der regionalen Industrie gilt. Am Mittwoch werden Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks über die neuesten Entwicklungen beraten.
Eine erfolgreiche Rettung von Domo könnte der ostdeutschen Chemieindustrie dringend benötigte Entlastung bringen. Das Überleben der Branche hängt davon ab, die Kostendruckprobleme und die schwache Nachfrage zu überwinden, während die Kapazitätsauslastung weiterhin weit unter dem Normalwert liegt. Die Aktualisierung am Mittwoch könnte zeigen, ob der Leuna-Plan die Wende für die kämpfenden Unternehmen und ihre Beschäftigten einleiten kann.






