16 March 2026, 10:12

Sachsen-Anhalts Pendlerzahlen sinken – was steckt dahinter?

Ein altes Kartenbild von Preußen und Sachsen, das ihre Grenzen zeigt, auf Papier gedruckt.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Sachsen-Anhalts Pendlerzahlen sinken – was steckt dahinter?

Immer weniger Menschen überqueren die Landesgrenzen Sachsen-Anhalts, um zur Arbeit zu pendeln – das zeigen die neuesten Zahlen. Im Juni 2025 verließen täglich rund 148.000 Einwohner das Bundesland für ihren Arbeitsweg, etwa 600 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Pendler, die aus Nachbarregionen nach Sachsen-Anhalt kommen, ging leicht zurück.

Seit Jahren zwingen wirtschaftliche Herausforderungen viele Bewohner Sachsen-Anhalts dazu, außerhalb des Landes nach Arbeit zu suchen. Zwischen 2020 und 2025 führten Werksschließungen – vor allem in der Automobilbranche – sowie schwaches Wachstum im verarbeitenden Gewerbe, im Einzelhandel und in der Logistik zu einem Rückgang der lokalen Arbeitsplätze. Strukturelle Probleme wie die Abwanderung aus ländlichen Regionen, eine überalterte Infrastruktur und niedrigere Löhne im Vergleich zu benachbarten Bundesländern verschärften die Situation. Bis 2024 pendelten täglich über 150.000 Menschen über die Landesgrenzen hinweg, wobei jeder fünfte Erwerbstätige aus Sachsen-Anhalt außerhalb des Bundeslandes arbeitete.

Die meisten Pendler, die Sachsen-Anhalt verließen, steuerten Sachsen, Niedersachsen und Thüringen an. Dabei handelte es sich vor allem um Fachkräfte aus den Bereichen Fertigung, Kfz-Reparatur, Transport und Baugewerbe. Gleichzeitig zog das Land weiterhin etwa 75.700 Arbeitskräfte aus anderen Bundesländern an, hauptsächlich aus Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Hinzu kamen rund 5.400 Beschäftigte, die aus dem Ausland einpendelten.

Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, führte den jüngsten Rückgang beim grenzüberschreitenden Pendeln auf eine verlangsamte Arbeitsmarktentwicklung zurück. Sowohl die Zu- als auch die Abwanderung von Pendlern sei leicht gesunken – ein Zeichen für die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen in der Region.

Die aktuellen Daten zeigen einen leichten, aber spürbaren Rückgang beim Pendeln über die Landesgrenzen Sachsen-Anhalts. Mit 148.000 Einwohnern, die außerhalb des Bundeslandes arbeiten, und 75.700 Pendlern, die hereinkommen, unterstreichen die Zahlen die anhaltenden wirtschaftlichen Ungleichheiten. Die Behörden beobachten weiterhin, wie industrieller Wandel und Lohnunterschiede die Beschäftigungsstrukturen in der Region prägen.

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