Sachsens Ministerin kritisiert Bundespläne zu Spritpreisen als unzureichend
Adriana HaufferHüskens: Bundesregierung versagt bei Kraftstoffpreisen - Sachsens Ministerin kritisiert Bundespläne zu Spritpreisen als unzureichend
Sachsens-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens hat die jüngsten Pläne der Bundesregierung zur Entlastung der Spritpreise scharf kritisiert. Ihrer Ansicht nach entlasten die Maßnahmen Pendler, die täglich mit dem Auto unterwegs sind, nicht ausreichend. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der Deutschland plant, Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich zu begrenzen – ein deutlich weniger strenges Vorgehen als in Österreich.
Hüskens bezeichnete die Entscheidung der Regierung, dem Bundeskartellamt mehr Kontrollbefugnisse einzuräumen, als wirkungslos. Sie verwies auf Österreich, wo Spritpreise nur dreimal pro Woche – montags, mittwochs und freitags mittags – angepasst werden dürfen. Die deutsche Regelung mit einer täglichen Anpassung ermögliche ihrer Meinung nach weiterhin übermäßige Preisschwankungen.
Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, schlug die Ministerin eine vorübergehende Erhöhung der Pendlerpauschale vor. Die Finanzierung könnte ihrer Ansichten nach über die Mehreinnahmen der Bundesregierung aus der Mehrwertsteuer auf die hohen Spritkosten erfolgen. Österreichs umfassendere Strategie umfasst zudem die Freigabe strategischer Ölreserven, die Verlängerung der Gasvorräte und die Deckelung der Raffineriemargen – Maßnahmen, die Deutschland bisher nicht übernommen hat.
Bundesminister Reiche hatte das strengere österreichische Modell zuvor abgelehnt und gewarnt, dies könnte zu größeren, aber selteneren Preissprüngen führen. Stattdessen setzt Deutschlands Plan auf eine verschärfte Kartellaufsicht in Kombination mit der täglichen Anpassungsregel.
Hüskens besteht darauf, dass die aktuellen Vorschläge keine spürbaren Ersparnisse für Autofahrer bringen werden. Ihre Alternative – eine höhere Pendlerpauschale – zielt darauf ab, die steigenden Spritkosten direkt auszugleichen. Die Debatte zeigt die Kluft zwischen dem deutschen Ansatz und den strengeren Preisregulierungen, wie sie anderswo in Europa zu beobachten sind.






