"Scientology-Speedrun": Warum TikToker jetzt Sekten-Zentren stürmen
Hilda Dussen van"Scientology-Speedrun": Warum TikToker jetzt Sekten-Zentren stürmen
TikTok-Trend „Scientology-Speedrun“ sorgt in Deutschland für Chaos
Ein TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun führt in ganz Deutschland zu tumultartigen Szenen. Junge Menschen stürmen Scientology-Zentren und behandeln die Gebäude wie Level in einem Videospiel. Die Challenge begann in Berlin, hat mittlerweile aber auch andere Großstädte erreicht.
Auslöser war eine Berliner Bloggerin mit dem Account @larahertha, die einen solchen „Speedrun“ im Scientology-Zentrum in Charlottenburg organisierte. Die Teilnehmer versuchten, so weit wie möglich in das Gebäude vorzudringen – Stockwerke wurden mit Spielstufen verglichen, Sicherheitskräfte mit Nicht-Spieler-Charakteren. Später warnte die Polizei die Bloggerin vor möglichen rechtlichen Konsequenzen.
Der Trend griff schnell auf Stuttgart, Hamburg und München über. Kritiker sehen darin mehr als nur einen Spaß: Er rückt vielmehr langjährige Vorwürfe gegen Scientology in den Fokus, darunter Manipulation, finanzielle Ausbeutung und autoritäre Strukturen. Die Organisation, die in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, strebt an, durch ihre patentierten Methoden „Clear“ – also „vollendete Menschen“ – zu erschaffen und stuft Nicht-Mitglieder in ihrer Hierarchie niedriger ein.
Als Reaktion hat Scientology die Sicherheit in einigen US-Niederlassungen verstärkt. Unterdessen diskutieren Kommentatoren unter @laraherthas Post bereits über das nächste Ziel: den Bundestag.
Der TikTok-Trend bringt Scientology in Deutschland erneut unter Druck. Mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen sieht sich die Gruppe weiterhin öffentlicher Kritik ausgesetzt. Gleichzeitig wirft der Vorfall die Frage auf, wie weit Online-Challenges gehen werden, wenn sie kontroverse Organisationen ins Visier nehmen.






