17 March 2026, 04:09

Softwarekonzern kämpft mit Kurssturz und schwacher Wachstumsprognose für 2026

Balkendiagramm, das die erhöhte Ausgabe von Bankers Acceptance (BAA) in verschiedenen Branchen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Softwarekonzern kämpft mit Kurssturz und schwacher Wachstumsprognose für 2026

Ein deutscher Softwarekonzern hat ein turbulenes Jahr hinter sich, das von sinkenden Aktienkursen und gemischten Finanzkennziffern geprägt war. Während die Sparten für Großkunden stark wuchsen, belasteten Herausforderungen durch eine jüngste Übernahme sowie rückläufige Umsätze im Kleinunternehmensbereich die Gesamtperformance.

Das Unternehmen rechnet nun für 2026 mit einem nur minimalen Umsatzwachstum. Die Aktie erreichte mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief, nachdem sie innerhalb eines Jahres fast 65 Prozent ihres Wertes eingebüßt hatte.

Der Großkundenbereich entwickelte sich positiv: Die wiederkehrenden Jahreserträge (Annual Recurring Revenue, ARR) stiegen um 11 Prozent auf 241 Millionen Euro. Ein Rekorddeal in den USA trieb das Kerngeschäft mit Großkunden um 19 Prozent nach oben. Dagegen verzeichnete das traditionelle Segment der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen leichten Umsatzrückgang.

Die 2024 erfolgte Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E gestaltet sich schwierig. Verzögerungen bei der Integration, operative Störungen und der Verlust wichtiger Mitarbeiter bremsten die Fortschritte. Infolgedessen erwartet das Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen einmaligen Kundenverlust in Höhe von etwa 8 Millionen Euro.

Die Abwanderungsrate (Churn Rate) kletterte im vierten Quartal auf 16,4 Prozent und soll voraussichtlich bis Mitte 2026 auf hohem Niveau bleiben. Für 2026 prognostiziert die Unternehmensführung ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von lediglich 0 bis 3 Prozent bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 43 Prozent. Zudem steht der Wechsel vom MDAX in den SDAX bevor, was indexnachbildende Fonds zu Anpassungen ihrer Portfolios zwingen wird.

Trotz der Herausforderungen treibt das Unternehmen Produktinnovationen voran. Neue Anbindungen an Microsoft Intune sowie eine Partnerschaft mit Cybus für Anwendungen im Bereich Augmented Reality befinden sich in der Entwicklung.

Der deutliche Kursverfall der Aktie spiegelt die Sorgen der Anleger über das schwache Wachstum und die Integrationsprobleme wider. Angesichts des bevorstehenden Wechsels in den SDAX und der geringen Umsatzprognosen rückt nun in den Fokus, ob die neuen Produktinitiativen die Performance stabilisieren können. Die Unternehmensführung muss in den kommenden Quartalen die Kundenabwanderung und operative Hürden angehen.

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