02 April 2026, 10:11

Spätaussiedler aus Kasachstan: Vom Massenphänomen zur Seltenheit in Deutschland

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler aus Kasachstan: Vom Massenphänomen zur Seltenheit in Deutschland

Die Zahl der Spätaussiedler, die aus Kasachstan nach Deutschland kommen, ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark zurückgegangen. 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Neuankömmlinge, nur noch 1.079 Menschen aus Kasachstan registriert – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Zehntausenden, die in den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er jährlich ankamen.

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In den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er erreichten jährlich Zehntausende Spätaussiedler – ethnische Deutsche aus den ehemaligen Sowjetrepubliken – die Bundesrepublik. Allein aus Kasachstan wurden in Spitzenjahren über 38.000 Registrierungen verzeichnet. Doch bereits 2010 sank die Zahl drastisch auf nur noch 508 kasachische Spätaussiedler. Der Rückgang setzte sich fort: 2012 wurden lediglich 422 Menschen gezählt.

Der Trend hielt an, auch wenn 2024 ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, als rund 2.546 Spätaussiedler aus Kasachstan erfasst wurden. 2025 ging die Zahl jedoch wieder auf 1.079 zurück. Insgesamt nahm Friedland im vergangenen Jahr 4.238 Personen auf, darunter 2.562 aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan.

Friedland bleibt für Spätaussiedler die erste Anlaufstelle, in der die Erstregistrierung erfolgt und Integrationsprogramme eingeleitet werden. Der kontinuierliche Rückgang der Ankünfte ist auf strengere Aufnahmebestimmungen, verbesserte wirtschaftliche Bedingungen in den Herkunftsländern und eine schrumpfende Zahl potenzieller Migranten zurückzuführen.

Die aktuellen Zahlen bestätigen den langfristigen Abwärtstrend bei den Spätaussiedler-Zuwanderungen aus Kasachstan. Mit nur noch wenigen Tausend pro Jahr stehen die Zahlen in krassem Gegensatz zu den hohen Migrationswellen der vergangenen Jahrzehnte. Friedland bleibt weiterhin die zentrale Anlaufstelle für diejenigen, die noch kommen.

Quelle