Stadttaube wird zum Matchwinner beim 1. FSV Mainz 05 – und zum Fanliebling
Adriana HaufferStadttaube wird zum Matchwinner beim 1. FSV Mainz 05 – und zum Fanliebling
Ein herrenloses Stadttaubenweibchen wurde zum unerwarteten Helden während eines Spiels des 1. FSV Mainz 05 gegen Werder Bremen. Der ungebetene Auftritt des Vogels auf dem Spielfeld führte direkt zu einem Tor – und löste damit Debatten über seine künftige Rolle beim Verein aus. Seitdem wächst die Unterstützung für Stadttauben, sowohl unter Fans als auch bei den Spielern.
Der Vorfall ereignete sich, als sich eine Taube genau in dem Moment auf den Rasen niederließ, als Philipp Mwene sich zum Eckball anschickte. Durch die plötzliche Anwesenheit des Vogels zögerten die Bremer Abwehrspieler – und Mwenes Hereingabe erreichte den ungedeckten Paul Nebel, der zum 1:0 einschoss. Die Spieler kümmerten sich sofort um das Tier und unterbrachen das Spiel sogar kurz, um sicherzustellen, dass die Taube unverletzt davonflog.
Mainz 05 hat bereits eine Vorgeschichte im Engagement für Tauben: 2019 posierte der damalige Mannschaftskapitän Danny Latza mit den Vögeln für einen Charity-Kalender, den der Verein gemeinsam mit dem Tierschutzverein Mainz und Umgebung herausbrachte. Im selben Jahr startete der Deutsche Tierschutzbund e.V. die Kampagne #RespektTaube, um Vorurteile gegen Stadttauben abzubauen. Bis 2026 konnte die Initiative durch Aufklärung und Medienarbeit die Forderungen nach Keulungen um fast die Hälfte reduzieren – stattdessen setzt sie auf tierfreundliche Populationskontrolle.
Nun prüft der Verein, wie er den gefiederten Matchwinner ehren kann. Im Gespräch sind etwa die Ernennung zum offiziellen Maskottchen oder eine Kooperation mit der Stadttaubenhilfe Mainz e.V., um betreute Taubenschläge in den Vereinsfarben einzurichten. Christoph Kessel, lokaler Blogger und Autor des Buches "Nachhaltigkeit würde der Liga guttun", unterstützt die Idee öffentlich: "Hier liegt die Chance, Fußballkultur mit Umweltschutz zu verbinden."
Dass die Taube zum Tor beitrug, hat bereits die Wahrnehmung verändert – im Verein wie bei den Fans. Als Maskottchen könnte sie die Bindung zu Tierschutzorganisationen stärken und Mainz 05 ein einzigartiges Markenzeichen verleihen. Die nächsten Schritte hängen von Gesprächen mit Charity-Partnern und der Fangemeinde ab.






