Streit um Höcke-Interview: SPD-Politikerin fordert Werbeboykott gegen Podcast Ungefiltert
Berndt MitschkeStreit um Höcke-Interview: SPD-Politikerin fordert Werbeboykott gegen Podcast Ungefiltert
Ein politischer Streit ist nach dem Interview des Podcasters Benjamin Berndt mit Björn Höcke, dem rechtsextremen Vorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD), entbrannt. Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Co-Vorsitzende der SPD, hat Unternehmen aufgefordert, die Finanzierung von Berndts Podcast Ungefiltert einzustellen, nachdem das vierstündige Gespräch ausgestrahlt wurde. Berndt hingegen betont, sein Format fülle eine Lücke, die die etablierten Medien ließen.
Esken kritisierte Berndts Entscheidung, Höcke eine Plattform zu bieten, und argumentierte, dass Werbebudgets von Unternehmen nicht für die Verbreitung „unwidersprochener Fantasien“ genutzt werden sollten. Sie ging noch einen Schritt weiter und schlug vor, den Podcast auf eine schwarze Liste zu setzen, um solche Interviews künftig zu verhindern. „Lassen Sie es mich so sagen – eine schwarze Liste wirkt“, erklärte sie.
Berndt verteidigte sein Vorgehen in einem Interview mit der Jungen Freiheit. Er behauptete, Höcke sei „wie kein anderer“ seit über einem Jahrzehnt von den Medien „dämonisiert“ worden, und betonte, sein Podcast biete Raum für einen offenen Dialog. Ungefiltert habe bereits Politiker aus dem linken und rechten Spektrum zu Gast gehabt, was Berndt als Beleg für eine ausgewogene Berichterstattung anführt.
Auch von Der Spiegel kam Kritik: Der Podcast habe eine „rechte Tendenz“ und versäume es, Höcke mit ausreichend kritischen Fragen zu konfrontieren. Trotz der Vorwürfe beharrt Berndt darauf, dass Ungefiltert eine Alternative zu den Narrativen der Mainstream-Medien biete.
Die Auseinandersetzung zeigt die Spannungen auf, die entstehen, wenn Medien mit umstrittenen Persönlichkeiten in Dialog treten. Eskens Aufruf zum Boykott setzt Werbetreibende unter Druck, ihre Unterstützung für Ungefiltert zu überdenken. Berndt hingegen bleibt bei seinen redaktionellen Entscheidungen und präsentiert seine Arbeit als notwendiges Korrektiv zum traditionellen Journalismus.






