20 March 2026, 16:09

Thüringens 20-Punkte-Plan gegen Unterrichtsausfall löst Streit mit Lehrerverbänden aus

Eine Liniendiagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der erhöhten Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen", das die Produktivitätszunahme ohne entsprechende Gewinne für die Mittelschicht zeigt.

Thüringens 20-Punkte-Plan gegen Unterrichtsausfall löst Streit mit Lehrerverbänden aus

Thüringens Bildungsministerium stellt 20-Punkte-Plan gegen Unterrichtsausfall vor

Das Thüringer Bildungsministerium hat ein Maßnahmenpaket mit 20 Reformen vorgestellt, um Unterrichtsausfälle zu reduzieren und die Präsenzzeit der Lehrkräfte zu erhöhen. Die Änderungen, die ab dem Schuljahr 2026/2027 greifen sollen, umfassen Anpassungen der Arbeitszeiten, Bürokratieabbau und neue Strategien zur Personalgewinnung. Lehrerverbände haben jedoch bereits scharfe Kritik an den Plänen geübt.

Kernstück der Reform ist die Anhebung der Altersgrenze für ermäßigte Lehrverpflichtungen. Bisher erhalten Lehrkräfte ab 55 Jahren eine wöchentliche Stundenermäßigung von zwei Stunden. Künftig gilt dies erst ab 60. Mit 63 Jahren steigt die Ermäßigung auf drei Stunden, mit 66 auf vier Stunden.

Das Paket sieht zudem ein flexibles Arbeitszeitmodell vor, das es Lehrkräften ermöglicht, Überstunden anzusparen und später abzubauen. Verwaltungsaufgaben sollen durch den Verzicht auf formelle Leistungsbewertungen und die Vereinfachung von Dokumentationspflichten entlastet werden. Künstliche Intelligenz soll bei der Unterrichtsvorbereitung und der Kommunikation mit Eltern eingesetzt werden.

Um den Personalmangel zu bekämpfen, will das Ministerium die Lehrerausbildung ausbauen und die Nachwuchsgewinnung mit neuen Kampagnen vorantreiben. Im August 2025 waren rund 17.000 Lehrkräfte an Thüringens öffentlichen Schulen beschäftigt.

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Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnete die Reformen als Versuch, Lehrkräfte für systemische Versäumnisse verantwortlich zu machen. Der Thüringer Lehrerverband (tlv) warnte, die Änderungen könnten die Gesundheit und Belastbarkeit der Pädagoginnen und Pädagogen gefährden.

Die Reformen sollen im Schuljahr 2026/2027 starten, mit dem Ziel, Ausfälle zu verringern und die Unterrichtseffizienz zu steigern. Doch angesichts des Widerstands der Verbände könnte die Umsetzung auf erhebliche Hindernisse stoßen. Der Erfolg der Maßnahmen hängt davon ab, ob es gelingt, genug Nachwuchs zu gewinnen – und wie die Lehrkräfte mit den neuen Arbeitszeitregelungen zurechtkommen.

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