Thüringens Freilichtmuseen starten trotz Spritpreisschock in die neue Saison
Hilda Dussen vanBeeinflusst der Spritpreis die Besuche in Freilichtmuseen? - Thüringens Freilichtmuseen starten trotz Spritpreisschock in die neue Saison
Thüringens Freilichtmuseen bereiten sich auf eine vielversprechende Saison vor – trotz steigender Spritpreise und finanzieller Belastungen
Trotz steigender Kraftstoffkosten und wirtschaftlicher Herausforderungen rüsten sich Thüringens Freilichtmuseen für eine lebhafte Saison. Ab Ende März und Anfang April öffnen mehrere Standorte wieder ihre Tore und präsentieren neue Ausstellungen, modernisierte Einrichtungen sowie bewährte Veranstaltungen. Doch die Sorge bleibt: Werden die Besucherzahlen unter den stark gestiegenen Spritpreisen leiden, die durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten noch weiter angeheizt werden?
Den Auftakt macht am 28. März das Freilichtmuseum Hohenfelden – das größte Thüringens –, das seine Hauptfläche wieder für Besucher zugänglich macht. Zudem entsteht ein neues Besucherzentrum, das voraussichtlich bis Ende Mai fertiggestellt wird. Allerdings gibt es weiterhin Herausforderungen bei der Erreichbarkeit, da das Gelände ohne Auto nur schwer zu erreichen ist. Als Lösung prüft das Museum einen Wochenend-Busshuttle ab Erfurt, um das Problem zu entschärfen.
Am 1. April öffnen die Thüringer Bauernhäuser in Rudolstadt mit einer Reihe von Neuerungen ihre Pforten, darunter ein restauriertes Eingangstor und eine leistungsstarke Kaffeemaschine für die Gäste. Das Freilichtmuseum Funkenburg in Westgreußen startet wie gewohnt zu Ostern in die Saison – trotz anhaltender finanzieller Engpässe. Geplant sind eine Oster-Eiersuche, ein Ostercafé sowie spätere Highlights wie eine Nachstellung der Völkerwanderungszeit und das traditionelle Funkenburg-Fest.
Auch das Kloster Veßra hat seine alten Stallungen zu Räumlichkeiten für Bildungsprogramme umgestaltet. Zudem feiert dort eine neue Ausstellung über Frauen in der Landwirtschaft Premiere. In Rudolstadt selbst wartet ein prall gefüllter Veranstaltungskalender: vom Burgenland-Weinfest über Open-Air-Kino und Sommertheater bis zur Rudolstädter Sommerkonzertreihe. Beliebte Klassiker wie der Handwerkertag, das Museumsfest, der Schäfertag und der Thüringer Käsemarkt werden ebenfalls wieder Besucher anlocken.
Doch die drastisch gestiegenen Spritpreise könnten vielen Gästen die Lust auf Ausflüge verderben. Seit Ende Februar hat der Konflikt im Iran den Preis für Brent-Rohöl von 72 auf 120 US-Dollar pro Barrel getrieben. In Deutschland stieg der Preis für E10-Superbenzin um 30,8 Cent auf 2,086 Euro pro Liter, während Diesel sogar um 54,5 Cent auf 2,291 Euro kletterte. Diese Preissprünge, die zunächst stärker ausfielen als in anderen EU-Ländern, haben sich mittlerweile in ganz Europa ausgebreitet – in Metropolen wie Paris, Rom und Berlin liegen die Spritpreise mittlerweile durchgehend über zwei Euro pro Liter.
Mit neuen Attraktionen und bewährten Formaten wollen Thüringens Freilichtmuseen trotz der wirtschaftlichen Widrigkeiten Besucher gewinnen. Die Museen setzen auf verbesserte Infrastruktur und erproben Transportlösungen. Doch wie stark die hohen Spritkosten die Besucherzahlen belasten werden, bleibt eine zentrale Unsicherheit für die kommende Saison.






