Wasserstoff-Offensive in Deutschland: Milliarden fließen – doch Projekte stocken
Hilda Dussen vanWasserstoff-Offensive in Deutschland: Milliarden fließen – doch Projekte stocken
Deutschlands Wasserstoff-Offensive stockt trotz hoher Fördergelder
Trotz massiver finanzieller Unterstützung kommt Deutschlands Vorstoß in der Wasserstoffenergie nur langsam voran. Bis Ende 2025 waren zwar mehr als die Hälfte der knapp 142 Millionen Euro für Energieforschungszuschüsse vergeben – doch Schlüsselforhaben, vor allem im Verkehrs- und Infrastruktursektor, kämpfen mit mangelndem Schwung.
Die Bundesregierung setzt vorrangig auf den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes, das vor allem der Industrie dienen soll. Experten zweifeln jedoch daran, dass Wasserstoff flächendeckend zum Heizen von Wohnhäusern oder als Kraftstoff für Autos eingesetzt wird. Hohe Produktionskosten bleiben eine zentrale Hürde, und Deutschland wäre weiterhin auf Importe angewiesen – ähnlich wie beim Erdgas.
In Bayern blieb ein großer Teil der Landesmittel für Wasserstoff ungenutzt, da die Nachfrage ausblieb. Besonders gering war die Inanspruchnahme von Fördergeldern für Wasserstofftankstellen. Von den vorgesehenen 61 Millionen Euro wurden lediglich 16,3 Millionen ausgezahlt. Das Programm wurde inzwischen eingestellt, 9 Millionen Euro flossen zurück, nachdem geplante Projekte nicht realisiert wurden.
Die Bilanz fällt deutlich hinter den Erwartungen zurück: Statt der angestrebten 100 Tankstellen entstanden nur 20. Auch bei der Förderung von Elektrolyseuren – entscheidend für die Wasserstoffproduktion – gab es kaum Fortschritte. Von den 120 Millionen Euro, die für 2024 und 2025 eingeplant waren, wurden bisher nur 4,1 Millionen abgerufen.
Der zähe Verlauf unterstreicht die Herausforderungen beim Umstieg auf Wasserstoff. Während Forschungsgelder durchaus genutzt werden, hinken Infrastruktur- und Verkehrsprojekte hinterher. Die Kluft zwischen ambitionierten Zielen und der Realität wirft Fragen nach der Machbarkeit von Wasserstoff als Säule der deutschen Energiezukunft auf.






