40 Jahre Junge Freiheit: Vom Studentenblatt zur konservativen Stimme mit Widerstandsgeist
Adriana Hauffer40 Jahre Junge Freiheit: Vom Studentenblatt zur konservativen Stimme mit Widerstandsgeist
Dieter Stein, Gründer der Jungen Freiheit (JF), hat über die bewegte 40-jährige Geschichte der Zeitung reflektiert. Das Blatt, das einst als kleines Studentenprojekt begann, entwickelte sich trotz Brandanschlägen, Protesten und staatlicher Überwachung zu einer einflussreichen konservativen Stimme. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten äußerte sich Stein kürzlich zu seiner politischen Haltung und der Finanzierung der Zeitung.
1986 startete die Junge Freiheit mit nur 400 gedruckten Exemplaren, die Stein mit dem Fahrrad nach Hause transportierte. Sein Ziel war es, der von ihm wahrgenommenen linksgerichteten Dominanz in Medien und Universitäten etwas entgegenzusetzen. Anfang der 1990er-Jahre zog die Redaktion nach Berlin um und erweiterte ihre Reichweite.
Doch die Zeitung wurde schnell zur Zielscheibe. 1995 wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt, woraufhin er aus Sicherheitsgründen dort übernachten musste. Im Laufe der Jahre erlebte die JF Vandalismus, Proteste und scharfe Kritik von linksgerichteten Gruppen. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nahm die Zeitung ins Visier, was die Beziehungen zu Politikern, Werbekunden und Lesern belastete.
Stein wies wiederholt Vorwürfe zurück, die JF erhalte Gelder von der rechtspopulistischen AfD. Er betont, die Zeitung finanziere sich eigenständig durch Verkäufe und Anzeigen. Zudem lehnt er die Einordnung als „Neue Rechte“ ab und bezeichnet sich selbst schlicht als konservativ – mit deutlicher Distanz zu extremistischen Strömungen.
Ein prägender Moment für Stein war 2005, als das Bundesverfassungsgericht in einem Verfahren zugunsten der JF entschied – ein Urteil, das er als Meilenstein in der Rechtsgeschichte und als Stärkung der Pressefreiheit wertet. Privat setzt er sich für die Landesverteidigung ein und könnte sich sogar vorstellen, dass sein Sohn bei Bedarf zur Bundeswehr geht.
Heute ist die Junge Freiheit eine polarisierende, aber fest etablierte Größe im deutschen Medienland. Trotz jahrzehntelanger Gegenwehr und kritischer Beobachtung arbeitet die Zeitung weiterhin unabhängig. Steins Führung hat sie durch juristische Auseinandersetzungen, finanzielle Herausforderungen und anhaltende politische Debatten gebracht.






