24 May 2026, 04:11

AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Bildungsexpert:innen aus

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Warnungen vor AfD-Regierungsbeteiligung und ihren Folgen für Bildung, Gleichheit und Polizei

AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Bildungsexpert:innen aus

Bildungsexpert:innen und Gleichstellungsbefürworter:innen in Sachsen-Anhalt äußern schwere Bedenken angesichts eines möglichen Regierungsanteils der rechtsextremen AfD Mehrere Institutionen warnen, dass die Politik der Partei das Bildungssystem, die Forschung und das gesellschaftliche Leben im Land grundlegend verändern könnte.

Die AfD Sachsen-Anhalt hat weitreichende Pläne für den Fall einer Regierungsbeteiligung vorgelegt. Geplant ist unter anderem die Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung, die durch ein „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden soll. Zudem will die Partei die Schulpflicht abschaffen, „Heimatkunde“ stärker im Lehrplan verankern und inklusive Klassen auflösen.

Maik Reichel, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, fürchtet, dass die Arbeit seiner Behörde unter der AfD stark ideologisch geprägt würde. Er spricht von einer „massiv verengten Bildungs- und Kulturpolitik“, die den öffentlichen Diskurs dominieren könnte. Sarah Schulze, die amtierende Gleichstellungsbeauftragte des Landes, weist darauf hin, dass die AfD ihr Amt komplett abschaffen will. Stattdessen schlägt die Partei eine „Familienbeauftragte“ vor, die sich vorrangig mit der Steigerung der Geburtenrate befassen soll.

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Auch aus dem Bildungsbereich kommen Warnungen: Eva Gerth, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), befürchtet, dass sich unter einer AfD-Regierung weniger Forscher:innen und Studierende für Sachsen-Anhalt entscheiden würden. Malte Gerken, ein weiterer GEW-Vertreter, prognostiziert, dass viele Lehrkräfte das Land verlassen würden, sollten die Bildungspläne der Partei umgesetzt werden. Schulze betont zudem, dass die Landesverfassung die Gleichstellung der Geschlechter ausdrücklich schütze – ein Prinzip, das durch die AfD-Vorhaben untergraben zu werden droht.

Die von der AfD geplanten Reformen würden das Bildungssystem, zivilgesellschaftliche Einrichtungen und Gleichstellungspolitik in Sachsen-Anhalt radikal umgestalten. Würden sie realisiert, könnten sie zu einem Abwandern von Personal, sinkendem akademischem Interesse und einer grundlegenden Veränderung der öffentlichen Bildung in der gesamten Region führen.

Quelle