Kein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew schließt beide Werke in Sachsen-Anhalt bis Ende 2025
Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt, wird bis Ende 2025 seine deutschen Werke schließen. Das Unternehmen, das sich auf Innenraumkomponenten für die Volkswagen Gruppe spezialisiert hat, kämpft seit Langem mit nachlassender Nachfrage und finanziellen Belastungen. Die Belegschaften an den Standorten Gardelegen und Idar-Oberstein wurden diese Woche über die Schließung informiert.
Die Entscheidung folgt auf Jahre rückläufiger Aufträge in der deutschen Automobilbranche. Die Nachfrage nach herkömmlichen Fahrzeuginnenraumteilen ist seit 2024 um 15–20 Prozent gesunken – bedingt durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge, Lieferkettenstörungen und die schwache Konjunktur. Branchenberichte des VDA und von Roland Berger nennen steigende Rohstoffkosten, hohe Energiepreise und Überkapazitäten als zentrale Herausforderungen für Zulieferer wie Boryszew.
Versuche, einen langfristigen Investor zu gewinnen, scheiterten angesichts der anhaltenden Krise im Automobilsektor. Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer bestätigte, dass die Produktion bis Ende 2025 vollständig eingestellt wird. Bis dahin bleiben die Arbeitsplätze im Werk Gardelegen (330 Beschäftigte) und am Standort Idar-Oberstein (100 Beschäftigte) erhalten.
Boryszew, einst einer der größten Zulieferer Sachsen-Anhalts, litt unter anhaltenden finanziellen Problemen. Das Fehlen neuer Aufträge machte den Weiterbetrieb unrentabel und zwang zur Schließung beider Standorte.
Die Stilllegung markiert das Ende von Boryszews Produktion in Deutschland nach Jahren des Branchenrückgangs. Alle verbleibenden Arbeitsplätze werden bis zur endgültigen Schließung Ende 2025 aufrechterhalten. Der Schritt spiegelt die größeren Schwierigkeiten wider, mit denen Automobilzulieferer im Zuge des Umstiegs auf Elektromobilität konfrontiert sind.






