23 May 2026, 22:13

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhung und Kritik an US-Abhängigkeit

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhung und Kritik an US-Abhängigkeit

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Die Entscheidung fällt trotz steigender Kosten und Kritik an der Abhängigkeit von US-Technologieanbietern. Ab Juli 2026 steigen die Preise für Microsoft 365 im öffentlichen Sektor um bis zu 13 Prozent.

Der bestehende Rahmenvertrag hätte bereits im Juni 2026 auslaufen können, wurde nun aber um ein weiteres Jahr verlängert. Die Bedingungen bleiben dabei unverändert – obwohl Microsoft die Preise erhöht hat. Behörden und Unternehmen ohne Alternativen müssen künftig die höheren Tarife zahlen.

Der Vertrag erleichtert öffentlichen Stellen zwar die Nutzung von Microsoft-Produkten, verpflichtet sie aber nicht zum Einsatz der Software. Allein im Jahr 2022 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus. Unklar bleibt jedoch das gesamte Ausgabenvolumen deutscher Behörden bei US-Techkonzernen, da Länder, Kommunen und andere große Organisationen nicht in der offiziellen Statistik erfasst werden.

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Kritiker äußern sich besorgt über die Verlängerung. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete sie als verpasste Chance, die Abhängigkeit von US-Anbietern zu verringern. Unterdessen hat Frankreich bereits damit begonnen, seine Behörden auf alternative Softwarelösungen umzustellen.

Die Verlängerung zementiert Microsofts Rolle in der deutschen öffentlichen Verwaltung für ein weiteres Jahr. Ab Mitte 2026 müssen die Behörden höhere Kosten tragen – ohne dass es einen konkreten Plan gibt, die Abhängigkeit vom Konzern zu reduzieren. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltende Debatte über digitale Souveränität und öffentliche Ausgaben für ausländische Technologieanbieter.

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