Deutschland beschleunigt Schienenausbau nach Polen und Tschechien bis 2027
Berndt MitschkeDeutschland beschleunigt Schienenausbau nach Polen und Tschechien bis 2027
Deutschland treibt die Pläne zum Ausbau der Schienenverbindungen nach Osteuropa entschlossen voran. Bundeskanzler Friedrich Merz hat das strategische Interesse des Landes an einer Verbesserung der Anbindung an Polen und Tschechien betont. Aktuelle Modernisierungen und künftige Projekte zielen darauf ab, die wichtigsten Strecken zwischen den Regionen auf den neuesten Stand zu bringen.
Die Bemühungen um den Ausbau der Schieneninfrastruktur gewannen ab 2020 an Fahrt. Ein früher Erfolg war die Elektrifizierung der Strecke Knappenrode–Horka, die am 29. Oktober 2018 abgeschlossen wurde. Der reguläre Zugbetrieb auf dieser Verbindung nahm kurz darauf, am 9. Dezember desselben Jahres, seinen Betrieb auf.
Weitere Vorhaben sind bereits in Arbeit. Die Strecke Passow (Uckermark)–Staatsgrenze, Teil des Berliner Stettin-Korridors, wird bis Ende 2027 auf einer Länge von 30,4 Kilometern zweigleisig ausgebaut und vollständig elektrifiziert. Auch die wichtige Verbindung Guben–Zbąszynek steht vor einer Modernisierung und soll die Anbindung Deutschlands an die polnische Grenze verbessern.
Das Thema hat auch in den Nachbarländern Aufmerksamkeit erregt. Sowohl Polen als auch Tschechien haben offiziell den Bedarf an besseren Schienenverbindungen mit Merz angesprochen. Bei jüngsten Gesprächen bekräftigte der Kanzler das deutsche Engagement und bezeichnete dies als eine Frage von großer strategischer Bedeutung. Weitere Beratungen in kommenden Kabinettssitzungen sollen die Pläne finalisieren.
Unabhängig davon traf sich Kanzler Olaf Scholz mit den Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer, um über die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der Region zu sprechen.
Die geplanten Ausbaumaßnahmen werden die Kapazitäten erhöhen und die Reisezeiten zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn verkürzen. Mit laufenden Elektrifizierungsarbeiten und Streckenausbauten werden weitere Entscheidungen die Zukunft des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs prägen. Der Fokus der Regierung auf die Infrastruktur unterstreicht ihre übergeordneten wirtschaftlichen und strategischen Prioritäten.






