30 March 2026, 10:12

Haushaltskrise in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigung für 2026

Belebte Stadtstraße mit Fahrzeugen, einem Gehweg, Strommasten, Gebäuden, Bäumen und einem bewölkten Himmel, mit einem Gebäude mit der Aufschrift "Capas Public Market" im Vordergrund.

Haushaltskrise in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigung für 2026

Kreistag von Siegen-Wittgenstein scheitert an Haushaltsverabschiedung für 2026

Bei einer langwierigen Sitzung am Freitag scheiterte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein an der Verabschiedung des Haushalts für das Jahr 2026. Die Blockade gefährdet nun lokale Projekte und Personalplanungen, während der finanzielle Druck weiter steigt. Ohne bewilligten Haushalt muss der Kreis vorläufig wirtschaften – mit möglichen Kürzungen bei Leistungen rechnen.

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Streit um Stellenstopp belastet Verhandlungen Im Mittelpunkt des Streits stand ein Antrag der CDU, die Besetzung der meisten vakanten Stellen einzufrieren. Landrat Andreas Müller (SPD) warnte, dass davon 108 Positionen in der Kreisverwaltung betroffen wären. Nach sechsstündiger Debatte zog die CDU ihren Vorschlag zurück, nachdem deutlich wurde, dass das Vorhaben die rechtlichen Kompetenzen des Rates überschritt.

Da der Haushalt damit nicht verabschiedet wurde, muss der Kreis nun mit einer vorläufigen Haushaltsführung auskommen. Durch die knappen Mittel wurden bereits Projekte verschoben oder gestrichen, darunter geplante Wanderwege entlang des Rothaarsteigs. Priorität haben nun unverzichtbare Dienstleistungen – Investitionen in Tourismus und Infrastruktur müssen zurückstehen.

Finanzielle Engpässe verschärfen die Krise Da der Dispositionskredit nahezu aufgebraucht ist, könnten die Mittel nicht bis zur nächsten Kreistagssitzung im Juni reichen. Der Kämmerer wird nun mit Banken verhandeln und beim Regierungsbezirk Arnsberg Notfallhilfen beantragen. Sollte bis dahin kein Haushalt beschlossen werden, könnte die Bezirksregierung einen Oktroi-Haushalt verhängen – was die lokale Entscheidungshoheit weiter einschränken würde.

Trotz der unsicheren Finanzlage wird der Kreis seine vertraglichen Verpflichtungen weiter erfüllen. Neue Projekte und Personalentscheidungen bleiben jedoch bis zur finalen Haushaltsverabschiedung ausgesetzt. Ein Eingreifen der Bezirksregierung gilt als letztes Mittel, falls die lokalen Verhandlungen scheitern.

Quelle