Düsseldorf stoppt Opern-Neubau und setzt auf kostensparende Sanierung
Reingard FaustDüsseldorf stoppt Opern-Neubau und setzt auf kostensparende Sanierung
Düsseldorf gibt Pläne für neues Opernhaus auf und saniert Bestandsbau aus der Nachkriegszeit
Die Stadt Düsseldorf hat die Pläne für einen Neubau der Oper fallen gelassen und wird stattdessen das bestehende Gebäude aus der Nachkriegszeit sanieren. Die Entscheidung folgt auf finanzielle Bedenken, die das ursprüngliche Projekt undurchführbar machten. Oberbürgermeister Stephan Keller bezeichnete den Schritt als „schwierig, aber unter den aktuellen Haushaltszwängen unvermeidbar“.
Ende 2021 hatte der Stadtrat noch den Bau eines komplett neuen Opernhauses beschlossen – zunächst mit veranschlagten Kosten von 716 Millionen Euro. Doch bis 2023 war die Schätzung auf eine Milliarde Euro angestiegen, während die langfristige Finanzierung die Gesamtbelastung über 50 Jahre auf rund 1,8 Milliarden Euro getrieben hätte. Angesichts dieser Zahlen schlossen die Verantwortlichen auch eine umfassende Sanierung des Altbaus als Alternative aus.
Durch die Kehrtwende kann die Deutsche Oper am Rhein während der Bauarbeiten ohne Unterbrechung weiter spielen. Die Stadtspitze betonte, dass die Investitionen innerhalb der bestehenden Haushaltsgrenzen bleiben müssten. Düsseldorf steht zudem vor weiteren großen Ausgaben, darunter der Bau neuer Schulen und der Ersatz einer Brücke, was die finanziellen Spielräume zusätzlich einengt.
Oberbürgermeister Keller räumte die Enttäuschung ein, bestand jedoch darauf, dass die Entscheidung „alternativlos“ gewesen sei. Die Sanierung werde nun unter strenger Kostenkontrolle durchgeführt, um den historischen Spielort betriebsfähig zu halten, während die Modernisierungsarbeiten laufen.
Das Aus für die „Oper der Zukunft“ markiert einen deutlichen Kurswechsel in Düsseldorfs Kulturinfrastrukturplanung. Mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten wird sich die Stadt nun darauf konzentrieren, den Haushalt auszugleichen und gleichzeitig den Spielbetrieb der Oper aufrechtzuerhalten. Die Gesamtkosten des Projekts bleiben damit deutlich unter der ursprünglich veranschlagten Milliarde Euro.






