23 May 2026, 20:10

Erlangen verbietet "sexistische" Partyschlager vor dem Bergkirchweih-Fest

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Erlangen verbietet "sexistische" Partyschlager vor dem Bergkirchweih-Fest

Erlangen stellt „sexistische“ Partyhits auf Index – vor dem Bergkirchweih-Fest

Vor dem diesjährigen Bergkirchweih, dem traditionellen Volksfest in Erlangen, hat die Stadt mehrere bekannte Partyschlager auf eine Liste „sexistischer“ Musik gesetzt. Die Veranstalter fordern Gastwirte auf, auf Lieder zu verzichten, die als diskriminierend eingestuft werden – während sich fast eine Million Besucher auf das Fest vorbereiten. Der Schritt folgt einer Beschwerde aus dem Jahr 2021 über unangemessenes Verhalten während des Festes und löste eine umfassendere Prüfung „problematischer“ Musik aus.

Auslöser für die Verschärfung war der Vorfall einer Frau, die 2021 auf dem Bergkirchweih „begrapscht“ worden sein soll. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Erlanger Grünen häufig gespielte Festivalhits und stuften Titel von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel als bedenklich ein. Auch der Kultsong „Skandal im Sperrbezirk“ geriet wegen seiner Textzeilen in die Kritik.

Bereits 2021 hatte der Erlanger Stadtrat Position bezogen und Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilt. In diesem Jahr geht die Verwaltung noch einen Schritt weiter: Sie erstellte einen offiziellen Index mit Titeln, die nicht gespielt werden sollen. Die Forderung nach einem „diskriminierungsfreien“ Fest findet Rückhalt bei CSU, Linken und SPD.

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Doch nicht alle unterstützen die Entscheidung. Einige Gastwirte und Musiker halten die Richtlinien für übertrieben und warnen, dass sie die lebendige Atmosphäre des Festes beeinträchtigen könnten. Kritiker werfen der Stadt vor, „Prüderie“ zu bedienen, statt sich mit echten Problemen wie Sicherheit oder Diskriminierung auseinanderzusetzen. Viele Wirte sind zudem auf das Wohlwollen der Stadt bei Genehmigungen angewiesen – und damit in einer Zwickmühle.

Das Bergkirchweih wird nun unter strengen Vorgaben stattfinden, wobei die Veranstalter eine respektvolle Umgebung betonen. Gastwirte müssen sich entscheiden: Entweder sie halten sich an den Index – oder riskieren mögliche Konsequenzen. Der Umgang mit der Musikauswahl könnte Schule machen und zum Vorbild für künftige Feste in der Region werden.

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