Finanzierungsloch der gesetzlichen Krankenversicherung wächst rasant bis 2030
Reingard FaustFinanzierungsloch der gesetzlichen Krankenversicherung wächst rasant bis 2030
Im deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystem klafft in diesem Jahr ein deutlich höheres Finanzierungsloch als erwartet. Die Lücke hat sich um 3,5 Milliarden Euro stärker vergrößert als in früheren Prognosen angenommen. Ursprünglich war für 2023 ein Ausgabenanstieg von 6,5 Prozent vorhergesagt worden.
Erste Zahlen zeigen, dass die Krankenkassen im ersten Quartal 2023 bereits 7,8 Prozent mehr für Ärzte, Medikamente und Krankenhausbehandlungen ausgegeben haben. Dieser starke Anstieg hat das Defizit weiter in die Höhe getrieben.
Die finanzielle Belastung wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Aktuelle Schätzungen gehen nun von einer Deckungslücke in Höhe von 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2027 aus. Bis 2028 könnte das Defizit auf 1,9 Milliarden Euro anwachsen und 2029 bereits 4,4 Milliarden Euro erreichen. Hält der aktuelle Trend an, könnte die Finanzierungslücke bis 2030 auf etwa 5,8 Milliarden Euro steigen.
Die steigenden Kosten werden das System in den nächsten Jahren stark unter Druck setzen. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich die Finanzierungslücke weiter vergrößern. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Frage, wie die wachsenden Ausgaben gedeckt werden können.






