23 May 2026, 16:15

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe in Deutschland

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe in Deutschland

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich einer wachsenden Feindseligkeit ausgesetzt, da antifeministische Angriffe zunehmen. In den letzten Monaten haben Berichte über Vandalismus, Drohungen und Budgetkürzungen stark zugenommen. Das Thema stand im Mittelpunkt eines kürzlichen Kongresses in Lübeck, wo Fachleute über Gegenstrategien diskutierten.

Ein prägnantes Symbol des Widerstands – die orangefarbenen Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne Orange the World aufgestellt wurden – ist ebenfalls zum Ziel geworden. Diese Bänke, die auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam machen sollen, wurden in mehreren Städten des Landes beschädigt.

Eine Umfrage unter 350 Gleichstellungsbeauftragten offenbart das Ausmaß des Problems: 63 Prozent berichteten von antifeministischen Angriffen auf ihre Arbeit, während 40 Prozent in den vergangenen zwei Jahren mehrfach betroffen waren. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Die Meldestelle Antifeminismus verzeichnete allein 2024 bereits 558 Vorfälle – fast zehn pro Woche. Dazu zählen Vandalismus, digitale Hetze und Versuche, die Finanzierung von Gleichstellungsprojekten zu untergraben. In Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler wurden die orangefarbenen Bänke beschmiert oder zerstört.

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Beim BAG-Kongress in Lübeck trafen sich 70 Beauftragte unter dem Motto Kurs halten in antifeministischen Gewässern. Sie tauschten Strategien aus, um der Gegenbewegung zu widerstehen und ihre Netzwerke zu stärken. Doch politische Rückendeckung bleibt schwach: Die Bundesfrauenministerin sagte ihren geplanten Auftritt kurzfristig ab – zur Enttäuschung vieler Teilnehmer:innen.

Antifeminismus, eine organisierte Bewegung gegen Frauen- und queere Rechte, steht hinter vielen dieser Angriffe. Kritiker:innen warnen, dass sich die Lage für Gleichstellungsbeauftragte ohne stärkeren politischen Rückenhalt weiter verschärfen werde.

Angesichts der eskalierenden Angriffe sind die Beauftragten zunehmend auf gegenseitige Unterstützung angewiesen. Mit steigendem Vandalismus und unsicherer politischer Unterstützung wird ihre Arbeit immer schwieriger. Die orangefarbenen Bänke, einst Symbol der Solidarität, stehen nun für den wachsenden Widerstand gegen Gleichstellung in ganz Deutschland.

Quelle