Klingbeil drängt auf Reformen: Mehr private Altersvorsorge und stabile Rentenfinanzierung
Adriana HaufferKlingbeil drängt auf Reformen: Mehr private Altersvorsorge und stabile Rentenfinanzierung
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert stärkere Anreize für private Altersvorsorge
Die Äußerungen des Ministers fallen kurz vor den entscheidenden Gesprächen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern, in denen es um Wirtschaftswachstum und Rentenreformen gehen soll. Dabei wird auch über Vorschläge diskutiert, die Beiträge zum Rentensystem auszuweiten.
Klingbeil unterstützt die Frühstart-Rente als Maßnahme, um die Bürger zu höherer privater Vorsorge zu motivieren. Zudem befürwortet er den Vorstoß des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge. Solche Schritte würden das Rentensystem langfristig stabilisieren, argumentiert der Minister.
Er stimmt dem DGB auch darin zu, dass Unternehmer und Politiker höhere Beiträge in die Rentenkasse zahlen sollten. Ernesto Harder, der DGB-Regionalchef, kritisierte unterdessen Pläne, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben. Angesichts der seit 15 Jahren stagnierenden Lebenserwartung in Deutschland bezeichnete er den Vorschlag als „harten Schlag“ und „brutale Sparmaßnahme“.
Noch vor dem Sommer soll ein Koalitionsausschuss tagen, um sich auf Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschaffung zu konzentrieren. Klingbeil erwartet von den Beratungen konkrete Schritte zur Stärkung des Arbeitsmarktes und zur langfristigen Finanzierung der Renten.
Die anstehenden Verhandlungen werden die deutsche Renten- und Wirtschaftspolitik prägen. Sollten die Reformvorschläge umgesetzt werden, könnte dies die Basis der Rentenzahler verbreitern und strengere Sparregeln einführen. Die Regierung strebt einen Ausgleich zwischen Wachstum und gerechterer Beitragsverteilung in allen Sektoren an.






