Koblenz kämpft mit 5-Millionen-Loch durch veraltete Berufsschul-Zuschüsse
Adriana HaufferKoblenz kämpft mit 5-Millionen-Loch durch veraltete Berufsschul-Zuschüsse
Koblenz steht vor einem Finanzloch von über 5 Millionen Euro – verursacht durch veraltete Zuschusszahlungen benachbarter Landkreise. Im Mittelpunkt steht die Finanzierung der Berufsschulen, wo die aktuellen Pauschalbeträge pro Schüler die tatsächlichen Kosten nicht mehr decken. Die Stadtverwaltung ergreift nun Maßnahmen, um das Problem zu lösen und die entgangenen Einnahmen auszugleichen.
Aktuell erhält Koblenz von den umliegenden Kreisen lediglich 190 Euro pro Teilzeit-Berufsschüler. Die realen Kosten pro Schüler liegen jedoch bei 406,80 Euro – eine Differenz, die der Stadt jährliche Verluste von über 400.000 Euro bescherte. Über das letzte Jahrzehnt summierte sich das Defizit auf mehr als 5 Millionen Euro.
Koblenz bildet 1.932 Berufsschüler aus den Kreisen Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach und sechs weiteren aus. Trotz steigender Ausgaben blieben die Zuschüsse dieser Regionen seit 2014 unverändert. Der Rechnungsprüfungsausschuss hat nun nachgefragt, warum nie Anpassungen vorgenommen wurden.
Als Reaktion wird die Stadt die Kreisumlagen rückwirkend ab Januar dieses Jahres auf 300 Euro pro Schüler erhöhen. Für 2028 ist eine weitere Anhebung auf 400 Euro geplant. Zudem sollen künftig regelmäßige Überprüfungen sicherstellen, dass die Zuschüsse die tatsächlichen Kosten widerspiegeln.
Zusätzlich prüft Koblenz, ob eigenes Finanzmanagement zu den Verlusten beigetragen hat. Die Stadt lotet aus, ob über eine Berufshaftpflichtversicherung Entschädigungsansprüche geltend gemacht werden können.
Die neuen Finanzanpassungen betreffen neun umliegende Landkreise. Die rückwirkenden Zahlungen beginnen noch in diesem Jahr, weitere Erhöhungen sind für 2028 vorgesehen. Parallel dazu untersucht die Stadt weiter, ob Versäumnisse in der Vergangenheit eine Rückforderung der verlorenen Mittel über Versicherungen ermöglichen.






