Olympia-Bewerbung: Berlins Kampf gegen Widerstand und Zeitdruck vor DOSB-Entscheidung
Reingard FaustOlympia-Bewerbung: Berlins Kampf gegen Widerstand und Zeitdruck vor DOSB-Entscheidung
Berlins Bewerbung um die Olympischen Spiele stößt auf wachsenden Widerstand, während Aktivisten für eine Volksabstimmung kämpfen. Die Initiative „NoOlympia“, unterstützt von der Linken und den Grünen, sammelt Unterschriften, um ein Referendum über das Vorhaben zu erzwingen. Aufgrund rechtlicher Fristen könnte eine solche Abstimmung jedoch frühestens in einem Jahr stattfinden.
Eine Entscheidung über die deutsche Olympiabewerbung steht zwar kurz bevor, doch sowohl in Berlin als in Hamburg gibt es weiterhin politische Hürden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September die Kandidatenstadt des Landes bestimmen. Berlins Chancen hängen dabei auch vom Ausgang der Landtagswahl am 20. September ab. Bürgermeister Kai Wegner und Sportmanager Kaweh Niroomand haben Bedenken wegen der Verzögerung des Referendums zurückgewiesen und argumentieren, dass Berlins internationales Renommee die Stadt zu einem starken Anwärter mache.
In Hamburg ist die Lage weniger klar. 2015 hatten die Bürger eine Bewerbung für die Spiele 2024 mit 51,6 Prozent der Stimmen abgelehnt. Aktuelle Umfragen zeigen eine gespaltene Haltung, und für ein Referendum wäre im Landtag eine Zweidrittelmehrheit nötig – eine Hürde, die weder Berlin noch Hamburg derzeit überwinden können. Unterdessen signalisieren München und Nordrhein-Westfalen starke Unterstützung: Rund zwei Drittel der Befragten sprechen sich dort für eine Bewerbung aus.
Falls Berlin den Zuschlag erhält, könnte die Olympiabewerbung dennoch 2027 noch einer Volksabstimmung unterzogen werden. Die „NoOlympia“*-Kampagne sammelt weiterhin Unterschriften, doch rechtliche Vorgaben verhindern ein früheres Referendum. Die DOSB-Entscheidung fällt nur wenige Tage nach der Berliner Wahl – und verstärkt damit die Unsicherheit.
Die Wahl des DOSB am 26. September wird zeigen, welche deutsche Stadt sich um die Olympischen Spiele bewerben darf. Berlins politische Gemengelage und Hamburgs frühere Ablehnung erschweren den Prozess. Selbst wenn Berlin nominiert wird, könnte eine Volksabstimmung 2027 das Vorhaben noch scheitern lassen.






