Polizeidirektorin unter Verdacht: Strafvereitelung nach mutmaßlicher Belästigung
Adriana HaufferPolizeidirektorin unter Verdacht: Strafvereitelung nach mutmaßlicher Belästigung
Ein 37-jähriger Polizeibeamter des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim sieht sich mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung einer Frau bei einer privaten Boßel-Veranstaltung in Baccum konfrontiert. Der Vorfall hat eine umfassendere Ermittlung ausgelöst, bei der nun auch Polizeidirektorin Nicola Simon wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt unter die Lupe genommen wird. Beide Fälle werden von der Staatsanwaltschaft Osnabrück geprüft.
Der Beamte war nach dem Belästigungsvorwurf von der Veranstaltung entfernt worden. Dennoch wird Simon vorgeworfen, ihm erlaubt zu haben, anschließend weiter am geselligen Teil teilzunehmen. Sie leitet das Kommissariat seit Anfang 2019.
Gegen Simon sind bereits Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Während der laufenden Ermittlungen ist sie von ihren dienstlichen Pflichten suspendiert worden. Die möglichen Konsequenzen reichen von einer offiziellen Rüge bis hin zur Entlassung aus dem Beamtenverhältnis.
Strafvereitelung im Amt kann schwerwiegende Strafen nach sich ziehen, darunter Geldstrafen und mögliche Freiheitsstrafen. Das Polizeikommissariat Emsland/Grafschaft Bentheim hat sich zu dem Vorfall nicht geäußert und verweist alle Anfragen an die Polizeidirektion Osnabrück.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Kommissariat in die Kritik gerät. Frühere Vorfälle hatten bereits öffentliche Aufmerksamkeit auf seine Arbeitsweise gelenkt.
Die Staatsanwaltschaft bearbeitet nun zwei getrennte Ermittlungsverfahren: eines wegen des mutmaßlichen sexuellen Fehlverhaltens des Beamten und ein weiteres zu Simons Verhalten. Das Ergebnis dieser Verfahren wird über das weitere Vorgehen in beiden Fällen entscheiden. Das Kommissariat bleibt unter Beobachtung, während das juristische Verfahren voranschreitet.






